• Entdecker Eberhard Wensky über Sabine Lisicki: „Sie hat den gleichen Siegeswillen wie Steffi“

Entdecker Eberhard Wensky über Sabine Lisicki : „Sie hat den gleichen Siegeswillen wie Steffi“

Eberhard Wensky, der Entdecker von Sabine Lisicki, spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über Lisickis Gegnerin und Vergleiche mit Steffi Graf

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Eberhard Wensky, 73.
Eberhard Wensky, 73.Foto: picture-alliance / SCHROEWIG/Eva

Herr Wensky, Sie haben Sabine Lisicki einst entdeckt und zum LTTC Rot-Weiß nach Berlin geholt. Wie ist heute das Verhältnis zu ihr?

Wir haben immer noch sehr engen Kontakt. Das Halbfinale und hoffentlich auch das Endspiel werde ich live in Wimbledon mitverfolgen.

Ist Lisicki jetzt auch für Sie die Favoritin auf den Titel?

Sabine hat die Riesenchance, das Turnier zu gewinnen. Allerdings wird das Halbfinale gegen Agnieszka Radwanska eine schwierige Kiste.

Wieso ist Lisicki auf einmal wieder so stark?

Zuletzt hatte sie ein bisschen Pech mit Verletzungen, aber sie ist einfach eine hervorragende Tennisspielerin. Dazu kommt, dass Wimbledon ihre Bühne ist. Sie bewegt sich auf Rasen viel besser, hat jetzt natürlich viel Selbstvertrauen – und keine Angst vor großen Matches.

Lisicki könnte als erste Deutsche seit Steffi Graf 1999 das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers erreichen. Sehen Sie Gemeinsamkeiten zwischen beiden?

Sabine hat genau wie Steffi diesen unbedingten Siegeswillen. Und beide haben schon früh gesagt, einmal die Nummer eins werden zu wollen. Aber natürlich war Graf eine Ausnahmesportlerin, da verbieten sich Vergleiche eigentlich von vornherein.

Wie wichtig wäre ein Finaleinzug von Lisicki für das deutsche Tennis?

Die Entwicklung bei den Frauen und im Nachwuchsbereich ist durchaus positiv, aber so ein Wimbledonsieg würde dem Tennissport in Deutschland natürlich einen Schub geben. Auch in den Medien. Dass Wimbledon nur im Bezahlfernsehen gezeigt wird, ist eine Katastrophe. Und vielleicht gibt es dann ja irgendwann auch wieder ein Turnier in Berlin.

Die Anlage beim LTTC Rot-Weiß stünde ja noch zur Verfügung.

Richtig. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass dort vielleicht schon in zwei Jahren wieder gespielt wird. Vielleicht sogar auf Rasen. Zur Vorbereitung auf Wimbledon wäre in Berlin zum Beispiel ein Team-Event für Frauen denkbar.

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