Sport : Entertainer führt Statisten

Vor dem Spiel bei den Bayern verbreitet Jürgen Klopp beim BVB gute Laune

Felix Meininghaus[Dortm]
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Hier lauscht der Chef. Alexander Frei informiert seinen Trainer Jürgen Klopp. Foto: ddp

Jürgen Klopp war mal wieder in seinem Element: Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel seines Klubs Borussia Dortmund am Sonntag in München wurde er von einem TV-Reporter nach dem Kollegen von Bayern München gefragt. Was er gern von Jürgen Klinsmann hätte, wollte der Journalist wissen, und Klopp antwortete spontan: „Dessen Bankkonto.“ Und dann: Was er besser könne als der Weltmeister von 1990. „Hochdeutsch.“

Es liegt für ein paar Reporter nahe, eine große Nummer aus dem Aufeinandertreffen von Klopp und Klinsmann zu machen. Die beiden gehören zu den schillerndsten Figuren im Trainer-Genre der Bundesliga. Und dennoch scheint es übertrieben, das Spiel zu einen Showdown aufzuplustern. Seit 1991 haben die Dortmunder nicht mehr in München gewonnen. Klopp verkündet zwar tapfer: „Das Ding geht bei 0:0 los, und wir versuchen, uns unfassbar teuer zu verkaufen.“ Doch seine Mannschaft geht als krasser Außenseiter in die Partie. Während die Dortmunder sportlich Mühe haben und mühsam ihren Schuldenberg abtragen, gewinnen die Bayern oft genug und mehren ihr Geld auf dem Festgeldkonto.

Die Dortmunder wollen sich Schritt für Schritt zurück an die Spitze arbeiten. Bereits kleine Erfolge erfreuen deshalb inzwischen die Verantwortlichen von Borussia Dortmund. Zum Beispiel, dass Mats Hummels von der nächsten Saison an fest zum BVB wechseln wird. Der 20-Jährige ist derzeit von den Bayern nur ausgeliehen. „Sie können davon ausgehen, dass wir uns geeinigt haben“, sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß den Dortmunder „Ruhr-Nachrichten“. Die Ablösesumme für den hochtalentierten Abwehrspieler soll rund vier Millionen Euro betragen.

Ein Argument zugunsten von Dortmund wird für Hummels der Umstand sein, dass er in Dortmund Einsatzzeiten bekommt, die beim hochgerüsteten Starensemble der Münchener undenkbar wären. Ein anderes ist mit Sicherheit der Trainer. Es ist erstaunlich, wie der Schwabe Klopp innerhalb eines halben Jahres zum Gesicht des BVB geworden ist. Charmant, eloquent, witzig – dieser Mann hat die schwarz-gelben Herzen im Sturm erobert. Klopp ist beim Revierklub in kürzester Zeit zur Integrationsfigur geworden.

Zudem leidet Dortmunds neuer Entertainer offenbar nicht unter Minderwertigkeitskomplexen. „Ich bin zu hundert Prozent davon ausgegangen, dass ich hier akzeptiert werde“, hat Klopp geantwortet, nachdem er auf seine ungeheure Wirkung angesprochen worden war. „Schließlich hätte Borussia Dortmund eine schlechtere Wahl treffen können.“

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