Sport : Entlassen für 15 Stunden

Posse um Handball-Trainer Rasmussen in Flensburg

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Flensburg (dpa). Erst entlassen, 15 Stunden später wieder angestellt: HandballPokalsieger SG Flensburg-Handewitt hat vor dem letzten Saisonspiel in der Bundesliga eine peinliche Posse um Trainer Erik Veje Rasmussen aufgeführt. Sechs Wochen nach dem DHB-Pokalsieg wurde der Erfolgscoach nach öffentlicher Kritik an Geschäftsführer Thorsten Storm zunächst formell entlassen, ehe er am Donnerstag doch wieder eingestellt wurde. „Ich entschuldige mich dafür, dass ich Thorsten Storm persönlich beleidigt habe. Ich bin sehr traurig, wenn ich mit meinen Aussagen dem Verein geschadet habe. Ich rechne es Thorsten Storm hoch an, dass er zu Gunsten der SG zu diesem Schritt bereit war“, sagte der 44 Jahre alte Rasmussen, der die Flensburger zum ersten nationalen Titel geführt hatte.

Der Däne, der den norddeutschen Bundesligisten nach fünf erfolgreichen Jahren zum Saisonende ohnehin verlassen wird, hatte am Mittwochabend nach dem letzten Heimspiel gegen Meister TBV Lemgo (40:32) mit Storm abgerechnet und damit bei den Schleswig-Holsteinern für einen Eklat gesorgt. Unverblümt hatte Rasmussen, der mit der SG neben dem DHB-Pokal im April den Pokalsieger-Cup (2001) und den City-Cup (1999) gewann, nach dem Sieg über Meister Lemgo seinen Geschäftsführer Storm kritisiert: „Ich habe mich um die Mannschaft gekümmert und Du um Deine Selbstdarstellung.“ Vizepräsident Eilts nannte dieses Verhalten „menschlich enttäuschend“. Allerdings ist Storm in Flensburg umstritten.

„So einen Auftritt kann ich nicht akzeptieren. Er hat wahrscheinlich Thorsten Storm angreifen wollen, aber er hat dem Verein geschadet“, urteilte auch der frühere Geschäftsführer Manfred Werner. Doch nach einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Trainer und stundenlangem Krisenrat im Klubpräsidium lenkten Storm und der Verein überraschend doch noch ein. „Wir werden das letzte Spiel zusammen über die Bühne bringen. Ich denke, das ist für die SG am Besten“, sagte der vor Saisonbeginn vom THW Kiel gekommene Geschäftsführer. Und Vizepräsident Frerich Eilts erklärte: „Das Kapitel Erik Veje Rasmussen ist für uns abgeschlossen.“

Der Trainer, der in 232 Spielen auf der SG-Bank saß und nach der für ihn positiven Entscheidung mehr als erleichtert war, sagte: „Ich liebe diesen Verein. Ich hatte hier eine schöne Zeit. Und ich bin froh, dass sie ordentlich zu Ende geht.“

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