Sport : Entscheidend ist die Fernbedienung

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Benedikt Voigt über den

wahren Wert des Fußballs

Das Fernsehen hat es nicht einfach, jeden zufrieden zu stellen. Neulich meldete sich der Präsident des Deutschen Schützenbundes zu Wort und forderte einen öffentlichrechtlichen Sportkanal. Josef Ambacher sieht darin die Chance, dass seine Sportart wieder öfter übertragen wird. Was freilich erstaunt. Da wird im Fernsehen – vor allem ab 20.15 Uhr – geballert und geschossen, und der Mann ist immer noch nicht zufrieden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Fußball. Auch die Fußballer schießen im Fernsehen mehr als genug, trotzdem rührt sich Unmut bei den Vereinen. Weil zwischen Sat 1 und ARD/ZDF ein Pokerspiel entbrannt ist, bei dem es um die Rechte für die Bundesliga ab 2003/2004 und für die WM 2006 geht. Dabei haben die Vereine wenig Anlass, traurig zu sein. Der Leidtragende des Pokerspiels könnte der Fernsehzuschauer werden, der die Summe für die WM 2006 womöglich über eine erhöhte Fernsehgebühr aufbringen muss. Dennoch fühlen sich auch die Vereine bedroht. Ein finanzieller Schaden ist ihnen noch nicht entstanden, die Rechte für die kommende Bundesligasaison sind längst an den Vermarkter Infront verkauft. Die gegenwärtige Diskussion wird jedoch langfristig die Preise für den Fußball drücken. Wenn Sat 1 in Zukunft weniger Geld für die Bundesliga ausgibt, bedeutet das, dass der Fußball an Wert verloren hat. Deshalb wehren sich die Vereine gegenwärtig so vehement, dass Infront für weniger Geld eine TV-Vertrag abschließt. Dabei machen sie einen Fehler. Den wahren Wert des Fußballs bestimmt immer noch der Fernsehzuschauer. Mit der Fernbedienung.

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