Sport : Entscheidend ist später

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Eines ist sicher: Spanien gehört die Gegenwart. Die Nationalmannschaft ist amtierender Welt- und Europameister, die beste Klubmannschaft des Landes, der FC Barcelona, ist Champions-League-Sieger. Doch es sieht so aus, als gehöre Spanien auch die Zukunft: Die Auswahl der spanischen Unter-21-Jährigen ist soeben Europameister geworden.

Das ist erst einmal ein gutes Zeichen für den Fußball allgemein. In Zeiten, in denen Kraft, Athletik und Laufarbeit immer größere Rollen einnehmen, zeigt Spanien, dass auch mit Technik und Spielfreude weiter zu punkten sein wird. Man muss nicht immer groß und kräftig sein, auch körperlich unterlegene Nachwuchskicker können spielerisch Erfolg haben.

Spanien profitiert dabei nicht nur von der traditionell hervorragenden Jugendarbeit, sondern mittlerweile auch davon, dass Klub- und Regionalrivalitäten in den Nationalteams längst keine Rolle mehr spielen und man sich auf einen Spielstil einigen kann, das Kurzpass-Spiel. Wobei immer auch ein Schatten über den spanischen Erfolgen liegt, der hohen Klubschulden und der mangelnden Transparenz in Sachen Doping wegen.

Aus Nachwuchserfolgen lässt sich aber nur bedingt eine spätere Dominanz ableiten. Portugiesen und Argentinier räumen seit Jahren Jugendtitel ab, Erfolge im Männerfußball gab es keine. Auch bei Spaniens U-21-Europameistern kommt es nun erst einmal darauf an, im Verein regelmäßig zu spielen. Das ist in Spanien auch bei starken Jahrgängen nicht garantiert. Jedes Land hat auch immer wieder vermeintlich schwächere Jahrgänge, siehe die deutsche U21, die nach dem Titel 2009 diesmal nicht qualifiziert war. Wie gut der Jahrgang 2011 in Wirklichkeit ohnehin war, lässt sich erst in einigen Jahren sagen – wenn klar ist, wer im Profibereich wie viel gespielt und gewonnen hat.

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