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Entscheidung des Europäischen Leichtathletik-Verbands : Leichtathletik-EM 2018 kommt nach Berlin

Berlin hat den Zuschlag für die Leichtathletik-EM 2018 bekommen – und für ein Comeback des beliebtesten Sportmaskottchens überhaupt.

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Robert Harting hängte sich Berlino nach seinem WM-Erfolg über. Auf die Frage, was denn Berlino wiege, sagte er: „Och für’n Bär ist der nicht schwer, 60, 70 Kilo.“
Robert Harting hängte sich Berlino nach seinem WM-Erfolg über. Auf die Frage, was denn Berlino wiege, sagte er: „Och für’n Bär ist...Foto: dpa

Das Comeback des Jahres 2018 steht jetzt schon fest. Berlino wird wieder aus seiner Bärenhöhle ins Olympiastadion kommen, neun Jahre nach der Leichtathletik-WM 2009, bei der er mit Usain Bolt Freundschaft schloss, Robert Harting den Buckel runterrutschte und eine jamaikanische Läuferin huckepack über die blaue Bahn trug.

Die Leichtathletik-EM wird 2018 in Berlin stattfinden

An diesem Samstag fand seine Wiederbelebung statt, der Europäische Leichtathletik-Verband hat seine EM 2018 an Berlin vergeben. Elf Kandidaten hatten sich um diese Meisterschaften beworben – übrig blieb nur Berlin. Wer weiß, ob Robert Harting 2018 noch Diskus wirft. Berlino jedenfalls soll dann auftreten, als hätten ihm neun Jahre gar nichts ausgemacht. „Es wäre ein genialer Schachzug, Berlino zum EM-Maskottchen zu machen“, sagt Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, „Berlino ist eine Identifikationsfigur, er steht für internationale Top-Leichtathletik und für Berlin.“

Gäbe es eine Maskottchen-Weltmeisterschaft, Berlino hätte den Titel gewonnen. Die britische Zeitung „The Observer“ wählte Berlino zum Maskottchen des Jahres. Er bekam auch einen Fairplay-Preis, das wird einem Maskottchen wohl nicht mehr so schnell passieren. „Das Erste, was nach einer Meisterschaft in Vergessenheit gerät, ist normalerweise das Maskottchen“, sagt Prokop. Zusammen mit Usain Bolts Weltrekorden ist Berlino dagegen das Erste, was einem zur WM 2009 einfällt.

Lauffreunde. Bolt und Berlino bildeten das erfolgreichste WM-Doppel.
Lauffreunde. Bolt und Berlino bildeten das erfolgreichste WM-Doppel.Foto: dpa

Klaus Wowereit entschied für Maskottchen Berlino

Dabei war die Geburt des Bären überaus schwer. Über zehn bis zwölf Maskottchen musste der Aufsichtsrat der WM entscheiden, und die entscheidende Sitzung ist Prokop als die emotionalste zur WM überhaupt in Erinnerung geblieben. Am Ende der Sitzung trat sogar der Geschäftsführer des Organisationskomitees zurück. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zeigte schließlich mit dem Finger auf den Bären.

Berlino wäre jedoch ein langweiliges Maskottchen wie jedes andere geblieben, wenn ihn nicht der Schauspieler Oliver Seiffert zum Leben und das Publikum damit zum Lachen gebracht hätte. Berlino tanzte mit den Siegern, herzte manche Athleten und riss die Speerwerferin Steffi Nerius nach ihrem Titelgewinn übermütig zu Boden. Usain Bolt trug für ihn ein Hemd mit der Aufschrift „Ich bin ein Berlino“ und sagte: „Wir haben schon Telefonnummern getauscht.“

Als die WM vorbei war, wurde um das Fell des Bären gerichtlich gestritten. Der Internationale Leichtathletik-Verband glaubte, Berlino gehöre ihm. Doch der Bär blieb in Berlin, die Rechte, aus Berlino Kuscheltiere und Aufkleber zu machen und sie zu verkaufen und überhaupt Berlino irgendwo hinzuschicken liegen bei der Agentur Topsport-Marketing. Deren Geschäftsführer Martin Seeber sagt nun: „An uns sollte der Auftritt von Berlino bei der EM 2018 nicht scheitern, da sind wir sehr gesprächsbereit. Wir werden sehen, ob er wieder bei Robert Harting auf der Schulter reitet.“

Weil auch ein Maskottchen Training für den großen Wettkampf braucht, soll Berlino schon bald wieder auftreten. Beim Istaf etwa, das Seeber mit seiner Agentur ausrichtet. Die Leichtathletik kann wieder lustig werden.

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