Sport : Entscheidung fürs Herz

-

Armin Lehmann über Herthas Verpflichtung von Trainer Falko Götz

Wenn Hertha BSC am Sonntag souverän auf Schalke gewonnen hätte und der Abstieg damit unwahrscheinlicher geworden wäre, vielleicht wäre die Trainerentscheidung anders ausgefallen. Der TrainerGelehrte Ralf Rangnick, bei Hannover 96 rausgeflogen und schon im Winter heiß bei Hertha gehandelt, hätte wohl noch eine Chance gehabt. Aber Hertha hat verloren, und der Abstiegsplatz ist wieder bedrohlich nahe gerückt.

Mit Falko Götz hat Hertha drei Spieltage vor dem Ende die Abstiegsvariante mit eingeplant. Denn Falko Götz kennen die Berliner Fans, er hat kurzfristig, nach dem Abgang von Jürgen Röber und vor dem Antritt von Huub Stevens, gut gearbeitet, Talente eingebaut, Siege gefeiert und Sympathien gewonnen. Götz anzubieten heißt aus Sicht von Manager Dieter Hoeneß auch, im Falle eines Abstiegs die Mitglieder und Fans zu beruhigen. Einen nach außen technokratisch und oberlehrerhaft wirkenden Rangnick hätten die Fans nicht gewollt – der Zorn auf Hoeneß nach einem Scheitern in Liga eins wäre umso größer. Götz ist Berliner, einer für die Herzen der Fans, er taugt zur Identifikation.

Das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen, und Götz passt auch sonst ins Anforderungsprofil. Herthas Macher wollten einen, der mit der Jugend arbeiten kann, der Kontakt zur Amateurabteilung hält, der die Integration von Talenten fortsetzt. Dafür macht Götz Sinn. So kann seine Verpflichtung als Signal für den Aufbruch verkauft werden – in Liga eins und zwei. Was er allerdings sportlich bewegen kann, hat seine Zeit bei 1860 München nicht zeigen können.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben