ENTSCHEIDUNG ÜBER 100 METER : Veronica Campbell vervollständigt ihre Sammlung

In einem hochdramatischen Finale hat Veronica Campbell bei der Leichtathletik-WM in Osaka den 100-Meter-Sprint für sich entschieden. Die Jamaikanerin siegte am Montagabend (Ortszeit) in Osaka in 11,01 Sekunden mit einem Wimpernschlag-Vorsprung und entthronte die zeitgleiche Titelverteidigerin Lauryn Williams. Carmelita Jeter lag als Dritte nur eine Hundertstelsekunde zurück, Torri Edwards (alle USA) wurde Vierte. Es war die knappste Medaillenentscheidung, die es jemals bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gegeben hat. Atemlose Spannung lag nach dem Zieleinlauf der Sprinterinnen über dem mit nur 30 000 Zuschauern halb leeren Nagai-Stadion: Das Zielfoto zeigte Campbell, Williams und Jeter gleichauf. In den Computern purzelten die Zahlen und Zeiten nur so durcheinander. Erst lag sogar Torri Edwards vorn, dann standen plötzlich 200-Meter-Olympiasiegerin Campbell und Williams gemeinsam auf Rang eins. Als das Endergebnis dann auf der Anzeigetafel aufleuchtete, spurtete die Jamaikanerin noch einmal los - auf die Ehrenrunde. „Obwohl wir das Ergebnis des Fotofinish noch nicht kannten, wusste ich, dass ich eine Topgeschwindigkeit und einen starken Endspurt hatte“, erklärte Campbell. „Diese Medaille bedeutet mir sehr viel. Der WM-Titel fehlte mir noch in meiner Sammlung.“ Die Karibik-

Sprinterin wird ebenso wie 100-Meter-Weltmeister Tyson Gay (USA) von Lance Brauman trainiert, der derzeit in einem Gefängnis in Texas eine

Haftstrafe absitzt. Williams ärgerte sich derweil: „Wenn ich realisiert hätte, wie knapp

es war, hätte ich mich nicht so früh zurückgenommen und noch zwei, drei energische Schritte gemacht.“ dpa

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