Sport : Entscheidung vertagt: SCC verliert zweites Halbfinale

Karsten Doneck

Berlin - Zwei Satzrückstände hatten den SC Charlottenburg nicht aus der Fassung gebracht. Energisch kämpfte sich die Mannschaft trotzdem bis in den Tiebreak vor. Doch eine zweite faustdicke Überraschung schaffte der SCC dort nicht mehr. Der hohe Favorit Evivo Düren setzte sich im zweiten Spiel des Play-off-Halbfinales um die deutsche Volleyball-Meisterschaft in der Berliner Sömmeringhalle mit 3:2 (26:24, 24:26, 25:22, 21:25, 15:10) durch und glich nach dem 2:3 im ersten Spiel in eigener Halle zum 1:1 nach Siegen aus. Die Entscheidung, wer in die Finals einzieht, fällt nun am Samstag in Düren.

Michael Warm hatte die klare Ansprache gewählt. „Immer schön ruhig und locker bleiben“, gab der Trainer des SCC seinen Spielern mit auf den Weg. Das ist leicht dahingesagt und manchmal nicht ganz so leicht umzusetzen. Die Volleyballer aus Düren erwiesen sich in den entscheidenden Phasen als einen Tick cleverer und abgebrühter. Warm ließ wie schon in der ersten Begegnung den sonstigen Mittelblocker Aleksandar Spirovski lange Zeit wieder auf der Diagonalen spielen. Der Überraschungseffekt war aber verpufft. Später wurde das alte System wieder ausgekramt: Jovan Vukanovic kam für die Diagonalposition, Spirovski verstärkte den Mittelblock, eine Folge davon war der Gewinn des vierten Satzes, aber nicht der Gewinn des Spiels.

„Wenn man so nahe dran ist, ist man natürlich enttäuscht“, sagte Warm. „Nach zwei Spielen ist festzustellen: Beide Mannschaften befinden sich auf Augenhöhe.“ Aber einen Mann wie Dürens Heriberto Quero hätte sich mancher der 1630 Zuschauer gestern in der Halle sicher auch beim SCC gewünscht. Der Venezulaner führte seine ungeheure Sprungkraft, verbunden mit enormer Schlaghärte vor, und führte damit die Dürener aus vielen kniffligen Lagen heraus.

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