• ENTSCHEIDUNGEN IN DER ZWEITEN LIGA: FCK wird Dritter, Aue und Dresden bangen Wenn der Geißbock zweimal meckert

ENTSCHEIDUNGEN IN DER ZWEITEN LIGA : FCK wird Dritter, Aue und Dresden bangen Wenn der Geißbock zweimal meckert

Hertha BSC gewinnt beim 1. FC Köln 2:1 und holt sich vorzeitig die Meisterschaft der Zweiten Liga.

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Nur siegen ist schöner. Herthas Marcel Ndjeng versucht den Ball artistisch vor dem Aus zu retten, Kölns Chihi sieht ihn dort schon. Foto: dpa
Nur siegen ist schöner. Herthas Marcel Ndjeng versucht den Ball artistisch vor dem Aus zu retten, Kölns Chihi sieht ihn dort...Foto: dpa

Der 1. FC Kaiserslautern hat sich durch ein 3:1 (2:1) beim Tabellenletzten Jahn Regensburg den Relegationsplatz in der zweiten Liga gesichert. Damit könnten die Pfälzer ein Jahr nach ihrem Abstieg in zwei Spielen gegen Hoffenheim, Augsburg oder Düsseldorf den direkten Wiederaufstieg feiern.

„Mit der Relegation haben wir unser sportliches Ziel erreicht. Der nächste Schritt ist nun, in der Relegation zu bestehen. Das wäre der große Schritt beim Blick auf das finanzielle Zahlenspiel“, sagte Kaiserslauterns Klubchef Stefan Kuntz.

Der Kampf um die Abstiegs-Relegation entscheidet sich dagegen erst am 34. und letzten Spieltag. Dabei kommt es zu einem sächsischen Fernduell. Dynamo Dresden unterlag beim VfR Aalen mit 0:3 und ist 16., Erzgebirge Aue unterlag zu Hause dem FC Ingolstadt mit 0:1 (0:0) und ist nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor Dresden. Kommenden Sonntag muss Aue zu Absteiger Sandhausen, Dresden empfängt den anderen bereits feststehenden Absteiger Regensburg. Unterdessen haben sich andere Teams den Erhalt in der Zweiten Bundesliga gesichert. Der FC St. Pauli gewann 5:1 gegen Braunschweig, der VfL Bochum verlor zwar 1:2 (0:1) beim FSV Frankfurt, sicherte sich aber dennoch den Klassenerhalt.

Endgültig für die kommende Zweitliga-Saison planen können zudem Paderborn nach einem 2:0 (1:0) gegen 1860 München, der MSV Duisburg trotz der 1:2-Pleite bei Union Berlin und der FC Ingolstadt. Tsp/dpa

Der Geißbock meckerte zweimal, dann erschienen auf der Anzeigetafel die Ergebnisse aus den anderen Zweitliga-Stadien. Es war Viertel vor zwei, als die Führung des 1. FC Kaiserslautern bei Jahn Regensburg verkündet und damit das Ende aller Kölner Aufstiegsträume besiegelt wurde. Die Reaktion des Publikums in der Müngersdorfer Arena? Ein leises Stöhnen. Mehr Emotionen löste die Nachricht nicht mehr aus. In der Folge ließ es Hertha BSC nicht zu, dass die Anhänger des 1. FC Köln sehr viel euphorischer wurden. Die Berliner entschieden die Begegnung mit 2:1 (1:0) für sich. Herthas Mannschaft hat sich dadurch nicht nur vorzeitig die Meisterschaft in der Zweiten Liga gesichert, sondern auch den Punkterekord von Hannover 96 eingestellt, den sie am Sonntag im Heimspiel gegen Cottbus übertreffen kann. „Das würde die Saison perfekt machen“, sagte Mittelfeldspieler Alfredo Morales.

Die Berliner waren ihrem Gegner überlegen. Dass ein derart biederes Team wie der 1. FC Köln überhaupt noch bis kurz vor Saisonende eine Chance auf den Aufstieg hat, sagt einiges über die Qualität der angeblich besten Zweiten Liga der Welt. Hertha hatte die Angelegenheit von Beginn an im Griff – obwohl Spielmacher Ronny (Gelbsperre) fehlte. Ohne den Brasilianer spielten die Berliner in einem variablen 4-3-3-System, mit Fabian Lustenberger als einzigem Sechser, Peer Kluge und Alfredo Morales in den beiden Halbpositionen davor. „Wir waren sehr fokussiert und sehr gut aufgestellt“, sagte Herthas Trainer Jos Luhukay.

Gleich zu Beginn hatte seine Mannschaft eine erste gute Chance. Nach einer Balleroberung von Adrian Ramos schaltete Hertha schnell um, doch Änis Ben-Hatira vergab die Möglichkeit allzu lässig. Bei den Kölnern lief in der Offensive wenig zusammen, ihre erste Chance entsprang allein dem Zufall. Ein Abpraller landete genau vor den Füßen von Anthony Ujah, der jedoch an Thomas Kraft scheiterte. Kurz darauf entschied Herthas Torhüter das Duell erneut für sich. Kraft lenkte einen Fallrückzieher des FC-Stürmers um den Pfosten.

In der ersten Hälfte plätscherte die Begegnung vor sich hin. Ben-Hatira verfehlte mit einer Direktabnahme deutlich das Tor, es sollte nicht die letzte vergebene Chance des Tunesiers bleiben. Immerhin provozierte er mit einer Pirouette auf dem Ball das Foul von Miso Brecko, das Hertha einen Elfmeter einbrachte. Lewan Kobiaschwili verwandelte zum 1:0. Gleich nach der Pause aber vollbrachte Ben-Hatira ein Kunststück ganz anderer Art. Nach perfekter Vorarbeit von Sami Allagui lenkte er den Ball aus gefühlten 30 Zentimetern am Kölner Tor vorbei. Auf der anderen Seite stellte sich Matthias Lehmann kaum minder ungeschickt an, als er aus fünf Metern das leere Tor verfehlte.

Nach der Pause wurde das Spiel deutlich munterer, mit mehr Gelegenheiten auf beiden Seiten. Zehn Minuten waren gespielt, als Morales eine Freistoßflanke von Marcel Ndjeng per Kopf zum 2:0 ins Tor verlängerte. „War schon ein cooler Geburtstag“, sagte Herthas Mittelfeldspieler, der gestern 23 wurde. Wenig später landete ein Schuss von Ramos an der Latte. Allerdings kamen nun auch die Kölner zu mehr Gelegenheiten. Gut 20 Minuten vor dem Ende gelang Christian Clemens mit einem Schlenzer ins lange Eck der Anschlusstreffer. Die Gastgeber spielten nun mit etwas mehr Vehemenz, in echte Gefahr brachten sie den Sieg der Berliner allerdings nicht mehr. Herthas Fans wedelten zum Abschied mit weißen Taschentüchern. In der nächsten Saison – so viel ist seit gestern sicher – wird man sich nicht wiedersehen.

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