Sport : Entschieden zur Entscheidung

Die Eisbären besiegen Abstiegskandidat Wolfsburg 5:0 und Trainer Pagé ernennt Kölzig zum Stammtorwart

Claus Vetter

Berlin - Pierre Pagé hatte es geahnt. „Am Sonntagabend wird der EHC Wolfsburg dem Abstieg ein Stück näher gerückt sein“, hatte der Trainer der Eisbären vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen die Niedersachsen gesagt. Nun ist es nicht so, dass Pagé damit besondere prophetische Gaben demonstriert hat. Die Wolfsburger haben zuletzt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) selten überzeugen können. Und in der Verfassung, in der sich der EHC gestern im Sportforum präsentierte, dürfte es für den Klub mit dem Klassenerhalt in der DEL sehr schwierig werden. Die Eisbären kamen jedenfalls zu einem mühelosen 5:0 (1:0, 4:0, 0:0)-Erfolg und gehen nun mindestens als Tabellendritter in die Play-offs.

Für eine Überraschung hatte Pagé gesorgt, indem er entgegen seiner zuvor getätigten Aussagen doch Olaf Kölzig anstelle von Oliver Jonas ins Tor stellte. Kölzig hatte bereits in den beiden Partien zuvor den Vorzug vor Jonas erhalten. Nach dem gestrigen Tage ist somit klar. wer bei den Eisbären in den Play-offs im Tor steht. „Das wird Kölzig sein“, sagte Pagé. Was sein Mannschaftskapitän Steve Walker auch richtig findet. „Denn schließlich ist Kölzig einer der besten Torhüter der Welt“, sagte Walker. „Also werden wir diesmal mit einer klaren Nummer eins in die Play-offs gehen.“

Kölzig blieb am Sonntag in seinem sechsten Spiel für die Eisbären bereits zum zweiten Mal ohne Gegentor. Der Nationaltorhüter hatte auf dem Weg dahin allerdings auch wenig Mühe. „Weil die Eisbären eine Klasse besser waren“, wie Wolfsburgs Trainer Stefan Mikes später zu Recht feststellte. Denn der völlig verunsicherte Berliner Gegner brachte nur anfangs des Spiels ein paar ansehnliche Kombinationen zustande. Spätestens nachdem Derrick Walser kurz vor Ende des ersten Drittels bei Berliner 5:3-Überzahl das 1:0 für die Eisbären erzielt hatte, erlosch aller Wolfsburger Widerstand, und im zweiten Spielabschnitt kam es dann ganz bitter für die Niedersachsen: Stefan Ustorf traf nach einem Abpraller zum 2:0, Alexander Barta nach schöner Einzelleistung zum 3:0, Kelly Fairchild zum 4:0 und Walker zum 5:0 für die Eisbären. Der letzte Treffer war gleichzeitig das 100. Tor, das Walker für die Berliner erzielte.

Nach dem fünften Gegentreffer war dann der Arbeitstag des bemitleidenswerten, ehemaligen deutschen Nationaltorhüters der Wolfsburger, Marc Seliger, beendet. Für Seliger kam der aktuelle US-amerikanische Nationaltorwart Ty Conklin ins Spiel. Er kassierte kein Gegentor, weil es die Eisbären dann vor den 4400 Zuschauern im Sportforum gemächlicher angehen ließen. Was nicht besonders kompliziert war, gegen eine schwache Wolfsburger Mannschaft, die es in der am Sonntag gezeigten Verfassung im Abstiegskampf nicht einfach haben wird. Aber das hatte Pierre Pagé ja vorher schon gesagt.

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