Sport : Entschuldigung abgelehnt

Wie der FC Bayern auf Deislers Interview reagiert

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München/Berlin (Tsp). Einen Tag nach den ersten öffentlichen Aussagen Sebastian Deislers seit Wochen schwankt der FC Bayern München zwischen demonstrativer Gelassenheit und gereiztem Unverständnis. Trainer Ottmar Hitzfeld will den an Depressionen leidenden FußballNationalspieler in den kommenden Tagen besuchen. „Alles, was Sebastian betrifft, werden wir intern besprechen“, sagte Hitzfeld am Donnerstag. Manager Uli Hoeneß reagierte dagegen sehr empfindlich und schloss eine von Deisler erbetene Entschuldigung aus.

Deisler hatte in einem Interview mit dem Tagesspiegel sein langes Schweigen gebrochen und sich erstmals öffentlich zu seiner Krankheit geäußert. Dabei war sein Arbeitgeber nicht allzu gut weggekommen. Deisler hatte sich über die Missachtung seiner Privatsphäre beschwert und den Bayern vorgeworfen, sie hätten sich seinen Freunden gegenüber unangemessen verhalten. „Es ist zumindest bekannt, dass auch Privatdetektive eingesetzt wurden.“ Dies habe Hitzfeld in einem Telefonat mit Deislers Vater angedeutet. Hitzfeld verweigerte dazu jeglichen Kommentar: „Dazu möchte ich gar nichts sagen. Das sind Dinge, die werden wir intern regeln.“ In Münchner Zeitungen war in den vergangenen Tagen mehrfach darüber berichtet worden, der FC Bayern lasse Deislers Umfeld und dessen „falsche Freunde“ (Manager Uli Hoeneß) unter Einbeziehung von Privatdetektiven überprüfen.

Die von Deisler geforderte Entschuldigung bei seinen Freunden wird der FC Bayern wohl schuldig bleiben. „Wir haben uns für nichts zu entschuldigen“, sagte Uli Hoeneß. Er hatte bereits am Sonntag ein längeres Gespräch mit dem erkrankten Nationalspieler geführt. Deisler hatte dieses Gespräch als „ein sehr gutes“ bezeichnet. Hoeneß habe ihm „ zugesichert, dass alle Sachen in der Öffentlichkeit klargestellt werden“.

Auch Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer meldete sich zu Wort: „Sebastian Deisler kam zu uns als sehr introvertierter Mensch, und das ist er auch bis zum Schluss geblieben.“ Der Verein habe versucht, seinem Spieler zu helfen. „Jeder hat sich bemüht, ihn zu integrieren, ihn in die Gemeinschaft mit einzubeziehen“, sagte Franz Beckenbauer. „Da kann man eigentlich keinem einen Vorwurf machen.“

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