Sport : Entsetzen am Viereck

Dressurreiter enttäuschen beim CHIO in Aachen

Hamburg - Schließlich konnte Fredrik Johansson doch noch einmal in den Sattel steigen. Wiener Walzer, der dreijährige Hengst aus dem Gestüt Schlenderhan war nach dem Rennen vor den 20 000 Zuschauern so aufgeregt hin und her getänzelt, dass der Schwede zunächst zu Fuß ging. Das aber war die einzige Schwierigkeit, die er an diesem Tag auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn mit Wiener Walzer hatte. Beim 140. Deutschen Derby kurz zuvor waren Reiter und Pferd mit der Nummer eins eine unschlagbare Einheit gewesen. Im Endspurt des mit 795 000 Euro dotierten Rennens um das Blaue Band verwiesen sie die krassen Außenseiter Sordino (Johan Victoire) und Toughness Danon (Eduardo Pedroza) auf die Plätze. Der Schwede Johansson feierte mit Wiener Walzer seinen zweiten Derbysieg nach dem Erfolg mit Adlerflug vor zwei Jahren. Für Schlenderhan war es der 18. Sieg im Deutschen Derby.

Trainer Jens Hirschberger hat zum zweiten Mal das Derby gewonnen, diesmal aber mit einem Pferd, das zuvor in seinem Stall nicht als die Nummer eins eingestuft wurde. So hatte sich Jockey Adrie de Vries, der in den zurückliegenden zwei Jahren jeweils Zweiter geworden war, für den Toto-Favoriten Suestado entschieden. „Aber der hatte etwas, das war auf der Zielgeraden zu sehen“, sagte Hirschberger. Suestado landete auf einem enttäuschenden 14. Platz.

Ebenfalls kein Geld gewann der Hoppegartener Ordenstreuer, aber der Außenseiter hatte sich bis kurz vor Schluss prächtig in Szene gesetzt. Auf der 2400-Meter-Distanz machte der von Roland Dzubasz trainierte und von Alexander Pietsch gerittene Hengst mit Double Handful (William Mongil) und Glad Panther (René Piechulek) bis in die Zielgerade hinein die Pace. Aber nur Ordenstreuer hatte letztlich die Chance auf den fünften Platz, der den Hoppegartenern noch 10 000 Euro eingebracht hätte. Am Ende reichte die Kraft dafür dann doch ganz knapp nicht. „Ich bin dennoch sehr zufrieden mit dieser Platzierung, Ordenstreuer ist noch sehr unreif und wird sich in Zukunft stärker vorstellen“, sagte Dzubasz, der in Hamburg seine Derby-Premiere als Trainer erlebte. Ordenstreuer ließ mit Saphier (Andrasch Starke) immerhin noch den besten Starter von Peter Schiergen hinter sich. Der Kölner Trainer hatte im vorigen Jahr mit Kamsin den Derbysieger gesattelt, war schon dreimal siegreich. In einem Jahr gibt es für ihn die nächste Chance mit einem anderen dreijährigen Pferd. Für seine diesjährigen Starter aber war das Derby einmalig. Tsp

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