Sport : Enttäuschung mit Degen und Florett

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Nicht stichfest. Peter Joppich verpasste mit dem Florett eine EM-Medaille. Foto: dpa
Nicht stichfest. Peter Joppich verpasste mit dem Florett eine EM-Medaille. Foto: dpaFoto: dpa

Leipzig - Die Geschwindigkeit, mit der Imke Duplitzer aus der Halle schlich, hatte mit Leistungssport nicht mehr viel zu tun. Gebückt und mit schmerzverzerrtem Gesicht schlurfte die Degenfechterin in Richtung Toilette. Eine Rückenverletzung machte ihr zu schaffen, wahrscheinlich drosselte aber auch die Halbfinalniederlage gegen den neuen Europameister Polen (26:27) und die anschließende Niederlage gegen Frankreich (35:45) im Kampf um Bronze ihr Tempo zusätzlich. „Die halbe Mannschaft ist angeschlagen“, sagte Imke Duplitzer, die am Sonntag noch den Europameistertitel im Einzel gewonnen hatte, „der heutige Tag ist Essig.“

Das könnte aus Sicht des Deutschen Fechter-Bundes auch für den fünften Tag der EM in Leipzig gelten. Neben Platz vier für die erfolgsverwöhnte Degenmannschaft der Frauen enttäuschte auch die Florettmannschaft der Männer mit Platz sieben. Damit blieben die deutschen Fechter gerade an jenem EM-Tag erstmals ohne Medaillen, an dem die beiden aussichtsreichsten Mannschaften ins Geschehen eingriffen. „Für sie sind andere eingesprungen“, sagt Sportdirektor Manfred Kaspar, zum Beispiel die Säbelfechter (siehe Text links). Die Florettmänner um Olympiasieger Benjamin Kleibrink und den dreimaligen Weltmeister Peter Joppich bleiben ohne EM-Medaille. Die Degenfrauen mit der an einer Patellasehnenreizung leidenden Olympiasiegerin Britta Heidemann scheiterten knapper, im Halbfinale gegen Polen erst im Sudden Death. „Ich bin enttäuscht“, sagte Heidemann, die ebenfalls ohne Medaille aus Leipzig zurückkehrt, „ich will vom Fechten erstmal gar nichts mehr sehen.“ Benedikt Voigt

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