Sport : „Er ist kein Rassist“

Nach dem Urteil gegen John Terry meldet sich José Mourinho zu Wort. Der gesperrte Chelsea-Kapitän darf vorerst weiter spielen.

Weiter mittendrin. Der gesperrte John Terry darf im Derby spielen. Foto: AFP
Weiter mittendrin. Der gesperrte John Terry darf im Derby spielen. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin/London - John Terry steht derzeit im Mittelpunkt des englischen Fußballs. Nach dem Rassismus-Urteil gegen den Kapitän des FC Chelsea meldet sich sogar sein ehemaliger Trainer zurück: „Er ist kein Rassist. Das ist zu 100 Prozent so“, sagte kein Geringerer als José Mourinho, Trainer von Real Madrid. Mourinho trainierte Terry in seiner Amtszeit beim FC Chelsea von 2004 bis 2007. Damals hätten zwölf Afrikaner im Chelsea-Kader gestanden, erklärte Mourinho. „Es war ein fantastisches Team, und er hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu jedem dieser Spieler.“

Terry war am Donnerstag für vier Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe in Höhe von knapp 280 000 Euro verurteilt worden. Der 31-Jährige soll Anton Ferdinand von den Queens Park Rangers in einem Meisterschaftsspiel im Oktober 2011 wegen dessen dunkler Hautfarbe rassistisch beleidigt haben.

Für Terrys mögliche rassistische Beleidigung hat der Portugiese eine andere Erklärung: „Im Fußball kann es zu Reaktionen kommen, die nichts mit deiner Einstellung zu tun haben.“ Wegen einer solchen Entgleisung dürfe Terry aber nicht als Rassist bezeichnet werden. „Didier Drogba, Geremi und Claude Makelele werden alle bestätigen, dass er kein Rassist ist.“ Die Bestrafung durch den englischen Fußballverband FA hält José Mourinho derweil für richtig: „Er muss für sein Verhalten bezahlen.“

Zudem beschäftigt die Öffentlichkeit Terrys Rücktritt aus der Nationalmannschaft, den er bereits vor der Urteilsverkündung erklärt hatte. Bereits im Februar hatte er das Kapitänsamt bei den „Three Lions“ verloren. Die britischen Medien spekulieren nun über eine Rückkehr von Rio Ferdinand, ManU-Innenverteidiger und Bruder des Rassismus-Opfers Anton Ferdinand, ins englische Nationalteam.

„Three-Lions“-Trainer Hodgson hatte Rio Ferdinand vor der Europameisterschaft im Sommer in Polen und der Ukraine nicht für den englischen Kader berücksichtigt. Die englischen Medien mutmaßten anschließend, die Entscheidung habe mit dem schlechten Verhältnis zwischen den Abwehrspielern Ferdinand und Terry zu tun.

Alex Ferguson, Trainer von Manchester United, geht nicht davon aus, dass sein Spieler nach Terrys Rücktritt in die Nationalelf zurückkehrt. „Ich glaube nicht, dass Rio berufen wird. Nationalcoach Roy Hodgson hat seine Entscheidung für die EM getroffen, und er wird diese bestimmt nicht ändern“, sagte der Coach des englischen Rekordmeisters am Freitag. „Sollte Hodgson seine Meinung ändern, liegt es ganz an Rio, ob er wieder für England spielen möchte. Ich weiß allerdings nicht, ob er es machen will. Ich habe ihn noch nicht gefragt.“

Heute steht John Terry wieder sportlich im Mittelpunkt – im Derby beim FC Arsenal (13.45 Uhr/live bei Sky). Denn die Strafe der FA wird erst wirksam, wenn über eine Berufung entschieden worden ist. Bis dahin darf er weiter spielen.Tsp/dapd/dpa

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