Sport : Er kam, siegte – und geht

Der HSV gewinnt mit Übergangstrainer Cardoso 2:1 in Stuttgart und sucht den Nach-Nachfolger

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Eine Faust für ein Halleluja. Rodolfo Cardoso verjüngte den HSV mit Erfolg. Foto: dpa
Eine Faust für ein Halleluja. Rodolfo Cardoso verjüngte den HSV mit Erfolg. Foto: dpaFoto: dapd

Nach dem Schlusspfiff feierten die Spieler frenetisch mit den Fans, während der Trainer Rodolfo Cardoso vom „unbedingten Willen“ sprach, das Spiel zu gewinnen. Und das hatte der Hamburger SBV tatsächlich geschafft: 2:1 (0:1) siegte der übergangsweise von Cardoso betreute HSV überraschend und doch verdient beim VfB Stuttgart.

Trotz des Erfolges soll U-23-Coach Cardoso in der kommenden Woche als „Cheftrainer“ wieder abgelöst werden, bis zum Heimspiel gegen den FC Schalke 04 soll der Nach-Nachfolger von Michael Oenning gefunden sein. Wichtige Beobachter tippen auf den in der Bundesliga bekannten Huub Stevens als Favoriten. Manche gehen auch von einem Neuling aus dem Ausland aus. Manager Frank Arnesen wollte nach dem Spiel keine Stellung dazu nehmen. Der Sieg in Stuttgart wird ihm jedenfalls Mut gemacht haben. Er sah zwar wie die 55 000 Zuschauer nach einer Viertelstunde das 1:0 für die Stuttgarter von Martin Harnik, der einen weiteren Fehler von HSV-Torwart Jaroslav Drobny zur Führung nutzte. Dann aber steigerte sich der HSV nach der Pause und gewann verdient nach den Treffern von Jeffrey Bruma und Robert Tesche das erste Mal in dieser Saison.

Wie ein werdender Vater war Cardoso vor seinem ersten Erstligaspiel im Kabinengang auf und ab gelaufen, dann saß er mit Kaugummi im Mund auf der Bank und verarbeitete die Anspannung mit Kaubewegungen. Ein Zeichen anderer Art hatte der 42-Jährige Argentinier ebenfalls vor der Partie gesetzt. Marcell Jansen, David Jarolim und Jose Paolo Guerrero saßen auf der Bank, während Zhi Gin Lam aus der U-23 des HSV auflief. Cardoso besetzte die Innenverteidigung mit Jeffrey Bruma und Slobodan Rajkovic neu. Der 21 Jahre alte Gökhan Töre spielte im Mittelfeld des verjüngten HSV.

Doch zunächst erwies sich wieder Drobny als Unsicherheitsfaktor. Der Tscheche wehrte einen von Dennis Aogo abgefälschten Schuss von Kuzmanovic aus 20 Meter mit den Knien nach vorne ab. Harnik konnte sein viertes Saisontor erzielen. Wie viel Unsicherheit in der Hamburger Elf steckt, bewies auch der Fehler von Rajkovic, der einen Pfostenschuss von Cacau zur Folge hatte. Erst langsam erholten sich die Hamburger.

Nach der Pause wurden die Gäste für ihren couragierten Einsatz belohnt. Erst erreichte Töres Ecke Bruma, der per Kopfball zum 1:1 traf. Kurz darauf hatte Töre die Chance zur Führung, vergab sie aber. Eine weitere Ecke von ihm landete dann bei Tesche, der volley zum Sieg traf.

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