Sport : Er kennt nur ein Wort: Tor

Frankfurt lebt derzeit von Stürmer Theofanis Gekas

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Frankfurt am Main - Unter den vielen dicken Limousinen im Fuhrpark von Eintracht Frankfurt besitzt Theofanis Gekas ein besonders schnittiges Gefährt. Wenn der Grieche nach dem Training den Motor anlässt, gibt er gerne Gas. Als wahrer Stürmer muss man wohl so sein, und derzeit nimmt auch niemand daran Anstoß, denn die Nummer 21 ist derzeit der Liebling des Eintracht-Anhangs. Mit sieben Toren aus neun Spielen liegt der 30-Jährige auf Platz zwei der Torschützenliste der Fußball-Bundesliga, nun hat er im DFB-Pokal zwei Treffer zum Sieg gegen den Hamburger SV beigetragen.

Der triumphale 5:2-Erfolg manifestierte einen vorläufigen Höhepunkt der stetigen Aufwärtsentwicklung der Hessen, die am vergangenen Samstag in der Liga den FC Schalke 04 trotz des 0:0 beherrschten und nun mit dem HSV einen weiteren besser eingeschätzten Gegner beeindruckten. „Wir spielen aggressiv und mutig“, sagt Trainer Michael Skibbe, „und wir kombinieren sicher und gut.“ Doch vor allem gibt es Gekas, den 1,79 Meter großen Angreifer, der derzeit mit fast traumwandlerischer Sicherheit trifft. Auf seinem Unterarm prangt ein Tattoo in chinesischen Schriftzeichen, übersetzt steht dort „Eiskalter Killer“.

Skibbe kennt Gekas noch aus seiner Leverkusener Zeit. „In seinen Bewegungen erinnert er mich an Gerd Müller“, sagt der Trainer. „Wir haben ihn als Torjäger geholt“, sagt Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen, „diese Aufgabe löst er eindrucksvoll.“ Eine Million Euro Ablöse, zahlbar an Bayer Leverkusen, hat Gekas nur gekostet. Er wollte nicht bei seinem letzten Verein, Hertha BSC, bleiben. An Hertha war er ausgeliehen. In Frankfurt spielt Gekas nicht anders als in Berlin. Der Mann mit dem schütteren Haar läuft wenig, er verliert außerhalb des Strafraums die meisten Zweikämpfe, er ist mitunter gar nicht ins Spiel eingebunden, und doch ist er ein Phänomen, das sogar seinen Landsmann Ioannis Amanatidis erstaunt, den Gekas auf die Bank verdrängt hat. „Sieben Tore in neun Spielen und 20 Ballkontakte, nicht schlecht.“

Gekas ist außerhalb des Platzes ein Einzelgänger. Im Mannschaftshotel besteht er auf einem Einzelzimmer, weil „ich einfach meine Ruhe haben will“. Interviews gibt er so gut wie gar nicht. Gekas spricht bis heute auch kaum Deutsch, obwohl er schon seit 2006 in der Bundesliga stürmt, als ihn der VfL Bochum von Panathinaikos Athen kaufte. Aber ein deutsches Wort beherrscht er inzwischen perfekt: „Tor.“ Frank Hellmann

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