Sport : Er kommt, er kommt nicht, er kommt

Räikkönens Comeback in der Formel 1 droht nun wohl doch zu scheitern.

Karin Sturm[Sao Paulo]
Straßenfahrer. Kimi Räikkönen wird wohl nicht vom Rallye zurück auf die Rennpisten der Formel 1 wechseln dürfen. Foto: dpa
Straßenfahrer. Kimi Räikkönen wird wohl nicht vom Rallye zurück auf die Rennpisten der Formel 1 wechseln dürfen. Foto: dpaFoto: dpa

Nichts wurde in der Formel 1 zuletzt so intensiv diskutiert wie die mögliche Rückkehr von Kimi Räikkönen als Pilot. Der Finne wurde als Williams-Kandidat für 2012 gehandelt, doch je länger sich das Thema hinzieht, desto größer werden die Zweifel, dass aus dem großen Comeback tatsächlich etwas wird. Räikkönen war nach der Formel 1 ins Rallye-Lager übergewechselt.

Williams-Geschäftsführer Adam Parr, die treibende Kraft hinter der Idee, hatte ja das große Ziel, mit dem Namen des Weltmeisters von 2007 vor allem arabische Sponsoren anziehen zu können. Doch diese Verhandlungen scheinen nicht recht voranzukommen, italienischen Quellen zufolge sollen zumindest einige der potenziellen Kandidaten einen Rückzieher gemacht haben. Und wenn Geld nicht kommt, hat die ganze Aktion für beide Seiten wesentlich weniger Reiz, und die Williams-internen Stimmen, die der Verpflichtung des Finnen ohnehin skeptisch gegenüber standen, werden lauter.

Rein sportlich gibt es vor allem bei den Experten Zweifel daran, dass Räikkonen an seine alten Zeiten und Leistungen anknüpfen könnte. Fernseh-Kommentator Christian Danner etwa würde Räikkönen von einem Comeback abraten. „Als er aufgehört hat, hatte er seine besten Jahre sowieso hinter sich“, sagte Danner. Auch Peter Sauber, der erste Teamchef des Finnen, hat Bedenken: „Kimi braucht ein Top-Auto, um motiviert zu sein.“

Selbst in seinen erfolgreichsten Jahren war Räikkönen nie unbedingt als der harte, disziplinierte Arbeiter bekannt, er zog auch nie ein so diszipliniertes und konsequentes Fitnesstraining durch wie Michael Schumacher, von feucht-fröhlichen Eskapaden einmal ganz zu schweigen. Kein Wunder, dass sich viele die Frage stellen: Wenn schon Schumacher nach seiner Pause Probleme hat, wieder zur alten Form zu finden, wie soll dass erst bei Räikkönen werden?

So ähnlich sieht man das wohl auch bei Lotus-Renault: Auch dort hatte das Räikkönen-Management angefragt und versprochen, einen Acht-Millionen-Sponsor mitzubringen. Aber intern hat man wohl schon beschlossen: Lieber nehmen wir einen jungen, motivierten Fahrer, der auch Geld mitbringt. Im Moment sieht es nach einer Paarung Bruno Senna und Romain Grosjean aus.

Das Scheitern des Räikkönen-Comebacks hat auch Einfluss auf Adrian Sutil: Der wäre jetzt wohl der Top-Kandidat für das Williams-Cockpit und und die Nachfolge von Rubens Barrichello. Sutil hängt selbst noch in der Luft, die schon mehrfach angekündigte Fahrerentscheidung bei seinem jetzigen Team Force India wurde immer wieder verschoben. Wobei Sutil anklingen lässt, dass für ihn ein Wechsel zu Williams Priorität hätte.

Allerdings scheint die Möglichkeit eines Verbleibs bei Force India auch wieder ins Blickfeld zu rücken. Was dann ein Problem für Nico Hülkenberg darstellen würde. Der hat zwar wohl schon einen unterschriebenen Vertrag mit Force India, aber was das in der Formel 1 wert ist, wenn sich Umstände und Bedingungen ändern, ist hinlänglich bekannt.

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