Sport : Er kommt von außen

Christian Beeck wird Manager des 1. FC Union

Matthias Koch

Berlin - Trotz des 6:0-Erfolges gegen Anker Wismar zieht Fußball-Oberligist 1. FC Union erste personelle Konsequenzen aus dem mäßigen Saisonstart. Nach Informationen des Tagesspiegel werden die Köpenicker am heutigen Dienstag Christian Beeck als neuen hauptamtlichen Manager vorstellen. Das bestätigte Beeck am Montag auf Nachfrage. „Mein Vertrag gilt für zwei Jahre, egal ob in der Ober- oder Regionalliga“, sagte Beeck.

Der 33 Jahre alte Beeck hat noch nie als Manager gearbeitet, kennt sich aber im Nordostfußball bestens aus. Mitte der Neunzigerjahre spielte er sogar schon beim 1. FC Union. Für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus bestritt der Verteidiger 79 Einsätze in der Ersten Bundesliga und 88 Begegnungen in der Zweiten Bundesliga. In Cottbus, wo er unter Trainer Eduard Geyer zum Kapitän avancierte, stand er in der Saison 2004/05 noch unter Vertrag. Doch eine Knieverletzung zwang ihn zum vorzeitigen Karriereende.

Bei Union wurde Beeck in den vergangenen Wochen bei vielen Meisterschaftsspielen gesichtet. Bislang bestritt er jedoch, für den Verein tätig werden zu wollen oder gar Berater von Präsident Dirk Zingler zu sein. Wie es jetzt zu seinem Engagement kam, soll auf der heutigen Pressekonferenz erklärt werden. „Ich will vor allem im organisatorischen und sportlich-strukturellen Bereich etwas für den Verein tun“, sagte Beeck vorab.

Spannend wird sein, ob der mit Vorliebe Mützen und trendige Klamotten tragende Ludwigsfelder auch als seriöser Manager überzeugen kann. Bei seiner Einarbeitung dürfte ihm sein langjähriger Berater Jörg Neubauer helfend zur Seite stehen. Große Zeit zur Eingewöhnung bleibt Beeck allerdings nicht. Momentan liegt Union mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer MSV Neuruppin nur auf Rang vier der Oberliga-Tabelle. „Das Ziel ist der Aufstieg – am besten natürlich noch in dieser Saison“, sagte Beeck.

Verlierer der personellen Neuerung ist Lothar Hamann. Der sportliche Leiter dürfte seinen Posten mit der Verpflichtung von Beeck verlieren, heißt es im Umfeld des Vereins. Da sich sein bis zum Saisonende laufender Vertrag bei einem Aufstieg in die Regionalliga automatisch verlängern würde, könnte dies für Union relativ teuer werden. Eine Entscheidung über den Verbleib Hamanns wollte das Präsidium am Montagabend fällen. Lothar Hamann schien bereits vor der Sitzung, die bei Redaktionsschluss noch andauerte, das Unheil zu ahnen. „Seit der 2:3-Niederlage in Neuruppin hat der Präsident nicht mehr mit mir gesprochen", sagte Hamann. Mit der Entmachtung Hamanns dürfte auch klar sein, dass Trainer Frank Lieberam bei weiteren Misserfolgen als nächster gehen muss.

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