Sport : Er lebt noch

Steffen Hudemann

über den Erfolg der Deutschen in der Champions League Wir müssen etwas verpasst haben. Irgendwann nach Oliver Kahns Fehlgriff gegen Real Madrid im Februar und Rudi Völlers Rücktritt im Juni muss der deutsche Fußball im Herbst gestorben sein. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass Bayer Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler nun überrascht feststellt, dass „der deutsche Fußball lebt“? Und auch Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sagt, dass nun der Beweis erbracht sei, „dass der deutsche Fußball sehr lebendig ist“. Außerdem hat Rummenigge „einen großen Tag für den deutschen Fußball“ gesehen.

Nein, noch hat Deutschland nicht das Finale der WM 2006 gewonnen. Es haben mit Werder Bremen, Bayern München und Bayer Leverkusen drei deutsche Mannschaften das Achtelfinale der Champions League erreicht. Aber auch Italien hat drei Vereine unter den letzten 16, Spanien und Frankreich je zwei, England sogar vier.

Viel haben die deutschen Nationalspieler dazu allerdings nicht beigetragen. Chelseas Robert Huth und Arsenals Jens Lehmann stehen zwar im Achtelfinale, bei ihren Klubs aber nicht auf dem Platz. Den deutschen Stürmern geht es ähnlich. Die besten deutschen Torschützen liegen mit je zwei Treffern auf Rang 23 der Torjägerliste: Miroslav Klose und – Markus Münch. Münch? Der stand für den FC Bayern, Leverkusen und Mönchengladbach auf dem Platz, aber nie in der deutschen Nationalelf. Heute spielt er bei Panathinaikos Athen. Frei nach Augenthaler: Nicht nur der deutsche Fußball, auch Markus Münch lebt noch.

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