Sport : "Er wäre der ideale Mann" - allerdings erst nach der EM

Trotz der Bemühungen des Deutschen Fußball-Bundes, Erich Ribbeck im Vorfeld der Europameisterschaft offiziell den Rücken zu stärken, hält die Diskussion um die Nachfolge des DFB-Teamchefs an. Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern München, erklärte in einem Interview mit der Fachzeitung "Kicker": "Jupp Heynckes wäre der ideale Mann." Zuvor hatte Hoeneß bereits gefordert, dass Ribbecks Amtszeit nach der Europameisterschaft beendet werden müsse: "Nach der EM muss man einen neuen Bundestrainer bestimmen." DFB-Präsident Egidius Braun hatte Ribbeck dagegen verteidigt und selbst eine Vertragsverlängerung bis 2002 nicht ausgeschlossen.

Auch Brauns designierter Nachfolger Gerhard Mayer-Vorfelder bezog Stellung in der Debatte, die der DFB sechs Wochen vor dem EM-Start eigentlich vermeiden möchte. Der nächste Trainer der Nationalmannschaft solle aus der Bundesliga kommen, sagte der DFB-Vizepräsident. "Bei der Hektik in unserer Medienlandschaft ist es für die Nationalmannschaft unabdingbar, den besten Trainer zu suchen - und zwar aus dem Bundesligageschäft", sagte der DFB-Ligaausschussvorsitzende der "Stuttgarter Zeitung". Auch er stützt Ribbeck, allerdings mit der Betonung, dass er bei der EM verantwortlich sei.

Beim DFB fürchtet man, dass eine verfrühte und verschärfte Ribbeck-Nachfolgediskussion die EM-Vorbereitung beeinträchtigen könnte. Würde deutlich, dass der Verband die Ribbeck-Ablösung bereits fest beschlossen hat, könnte die Autorität des Fußball-Lehrers weiter untergraben werden. Diese hat nach der gemeisterten EM-Qualifikation im vergangenen Herbst stark gelitten. Mit dem 1:1 gegen die Schweiz bot die in diesem Jahr noch sieglose Nationalelf den Höhepunkt ihrer jämmerlichen Auftritte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar