• Erdbeben überschattet türkische Freude über das 1:1 in Dublin - Müde Holländer 1:1 gegen Tschechien

Sport : Erdbeben überschattet türkische Freude über das 1:1 in Dublin - Müde Holländer 1:1 gegen Tschechien

Ralph Durry

Dänemark kann die Reise zur Euro 2000 praktisch buchen, Außenseiter Slowenien hat das Ticket in Reichweite, und den Iren fällt die Tür womöglich noch vor der Nase ins Schloss: Nach dem 5:0-Kantersieg in Israel im Qualifikations-Hinspiel zur Fußball-EM 2000 in den Niederlanden und Belgien können sich die Dänen schon einmal nach einem Quartier umschauen. Die Ukraine indes muss gegen Slowenien nach dem 1:2 im Rückspiel am Mittwoch unbedingt gewinnen. Und der Türkei, in den Gruppenspielen Tabellenzweiter hinter Europameister Deutschland, reicht nach dem glücklichen 1:1 in Irland in Bursa ein 0:0, um auf den EM-Zug aufzuspringen.

Die Iren könnten die großen Verlierer werden. Hatten die Spieler von der "grünen Insel" bereits im letzten Gruppenspiel erst in letzter Minute gegen Mazedonien beim 1:1 den Gruppensieg verschenkt, kassierten sie am Samstag erneut in der Schlussphase einen unglücklichen Treffer. Tayfur glich in der 83. Minute mit einem Handelfmeter die Führung der total überlegenen Iren durch Robbie Keane (79.) aus. "Ich weiß nicht, was sonst noch alles schiefgehen kann. Wir sind enttäuscht. Wir müssen jetzt unbedingt ein Tor schießen", sagte Irlands Nationalcoach Mick McCarthy nach dem Sturmlauf seiner Mannschaft mit etlichen hochkarätigen Chancen. Die Türken seien in Gedanken bei dem schweren Erdbeben in ihrer Heimat gewesen, sagte der Technische Direktor Can Cobanoglu: "Die meisten haben an ihre Familien gedacht."

Trotz des schweren Erdbebens in der Türkei in der Nacht zum Samstag will der türkische Fußballverband das Rückspiel wie geplant in Bursa durchführen. Die Arena ist etwa 200 Kilometer vom Zentrum des letzten Bebens entfernt, wobei nach ersten Angaben mehrere hundert Menschen ums Leben kamen und weit über tausend Personen verletzt wurden.

In weiteren Testländerspielen konnten die europäische Fußball-Großmächte nur teilweise überzeugen. "Italien ohne Kopf. Die italienische Mannschaft von Dino Zoff existiert nicht", wetterte der Corriere dello Sport, nachdem die "Squadra Azzurra" beim 1:3 gegen Belgien zwei Kopfballgegentore kassierte. Während WM-Ausrichter Belgien unter dem neuen Trainer Robert Waseige immer besser in Fahrt kommt und den ersten Sieg überhaupt auf dem Apennin feierte, steckt Mitveranstalter Niederlande immer noch in einer Krise. Gegen Tschechien reichte es in Eindhoven nur zu einem 1:1. "Es ist ein sehr enttäuschendes Ergebnis für mich, die Spieler, für jeden", kommentierte Hollands "Bondscoach" Frank Rijkaard. Im Team der Tschechen standen unter anderem die Bundesliga-Profis Jiri Nemec und Radoslav Latal von Schalke 04.

Wesentlich positiver fiel natürlich das Fazit ihres S 04-Teamkollegen Marc Wilmots nach dem Erfolg von Lecce aus. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Es schlummern noch Reserven in der Mannschaft", sagte der offensive Mittelfeldspieler, der die "Roten Teufel" auf die Siegerstraße gebracht hatte. Sein Kopfballtreffer in der 69. Minute zum 2:1 stellte die Weichen. Die belgische Auswahl hatte zuletzt unter dem neuen Trainer Waseige, der seit Mitte August als Cheftrainer fungiert, einen Aufwärtstrend erkennen lassen. In der belgischen Anfangsformation standen auch der Schalker Nico van Kerckhoven und der Bielefelder Jacky Peeters.

WM-Champion Frankreich war auch ohne den verletzten Bixente Lizarazu gegen den WM-Dritten Kroatien in der Neuauflage des WM-Halbfinales ungefährdet. Im Stade de France von St. Denis vor den Toren von Paris siegte die "Equipe Tricolore" 3:0. Vor 60 000 Zuschauern in Paris erzielten Robert Pires (46.), Florian Maurice (67.) und Tony Vairelles (73.) die Treffer für die Gastgeber. Der Lauterer Youri Djorkaeff, erst mit Beginn der zweiten Halbzeit für Zinedine Zidane eingewechselt, hatte mit zwei Pfostenschüssen (60./72.) Pech. Nicht mit Ruhm konnte sich der viermalige Weltmeister Brasilien bei der "Nullnummer" in Vigo gegen Spanien bekleckern. Denn Glück hatten die Brasilianer, dass Fernando Morientes nur den Pfosten (4.) traf.

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