Sport : Erfolg allein reicht nicht

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Drei Mal in Folge Deutscher Meister, zwei Mal in Folge im Finale der Champions League: Kann man sich bei dieser Erfolgsbilanz einen besseren Arbeitgeber vorstellen? Babett Peter, Bianca Schmidt und Viola Odebrecht können das sehr wohl, die drei FußballNationalspielerinnen werden Turbine Potsdam nach dieser Saison verlassen. Wohin sie wechseln, ist noch nicht bekannt. Klar ist aber schon jetzt: Der sportliche Erfolg allein reicht nicht aus, um Spitzenspielerinnen in Potsdam zu halten.

Die drei Abgänge treffen Turbine schwer, sind für Trainer und Macher Bernd Schröder aber nichts Neues. Auch in der Vergangenheit haben regelmäßig Schlüsselspielerinnen wie Ariane Hingst, Nadine Angerer oder zuletzt Fatmire Bajramaj Potsdam verlassen. Der 1. FFC Frankfurt verfügt schon lange über deutlich mehr Geld, nun scheint es auch der VfL Wolfsburg wirklich ernst mit seinem Frauenfußball-Projekt zu meinen. Dass die Brasilianerin Marta nach der Pleite der US-Profiliga nicht in Deutschland sondern bei Tyresö FF unterschrieben hat, beweist auch, dass in Schweden wieder in Frauenfußball investiert wird.

Schröder hat bisher stets einen Weg gefunden, mit Turbine trotz aller Abgänge mehr als konkurrenzfähig zu bleiben. Der bisweilen kauzige Patriarch ist aber an die Strukturen in Potsdam gebunden, die mit der Konkurrenz – besonders der aus Frankfurt – in vielerlei Hinsicht nicht mithalten können. Trotzdem ist es dem 69-Jährigen zuzutrauen, dass er mit einer Mischung aus Talenten, Unbekannten und Übersehenen auch in Zukunft um große Titel mitspielt. Kritisch wird es für die Potsdamerinnen wohl erst, wenn der Trainer einmal in den Ruhestand geht. Die einzige Person, die bei Turbine unersetzlich ist, heißt nämlich Bernd Schröder.

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