Sport : Erfolg ist käuflich

400 Millionen Dollar trennen Arm und Reich in der Formel 1

Karin Sturm

Die Meldung machte in der letzten Woche Schlagzeilen. Im Zuge des allgemein notwendigen Kostensparens in der Formel 1 wolle das reichste aller Teams, Ferrari, auch seinen teuersten Angestellten nicht ausnehmen: Michael Schumacher müsse für seinen nächsten Vertrag – nach 2004 – mit einer Gehaltskürzung von mindestens sechs Millionen Dollar pro Jahr rechnen.

Der Anteil des Fahrergehalts von Schumacher – geschätzte 35 Millionen Dollar – liegt heute bei etwa neun Prozent der Gesamtkosten des Ferrari-Teams für die Saison 2003. Auf 443,8 Millionen Dollar belaufen sich die Gesamtausgaben für Ferrari für dieses Jahr. Etwas überraschend liegt BMW-Williams mit 353,5 Millionen vor McLaren-Mercedes mit 304,6 Millionen, Toyota ist Vierter mit 290,4 Millionen. Alle zehn Teams zusammen geben 2,12 Milliarden Dollar aus. Sauber, das mit Abstand erfolgreichste Nicht-Werksteam der letzten Jahre, kann gerade mal etwas mehr als ein Viertel von Ferrari ausgeben, 119,5 Millionen Dollar. Das kleinste und ärmste Team, Minardi, hat ein Gesamtbudget, das nur knapp das Gehalt von Michael Schumacher übersteigt: 39,6 Millionen Dollar.

Interessant ist, wie sich die Kosten in einzelnen Bereichen bei den Teams unterscheiden. Für Forschung und Entwicklung gibt McLaren-Mercedes am meisten aus. Das sind rund 35 Millionen Dollar. Toyota, BMW-Williams und Ferrari liegen etwa im Bereich von 20 Millionen. Dafür schlägt das Weltmeisterteam aus Italien bei den Tests über die ganze Saison richtig zu: Im Jahr 2002 testete Ferrari 109 Tage. Die Experten von F-1-Racing errechneten Einsatzkosten von 88 Millionen Dollar – bei etwa 400 gefahrenen Kilometern pro Auto pro Tag. BMW-Williams als Zweiter kommt auf 48 Millionen. Auch die Reisekosten-Rangliste führt Ferrari mit 18 Millionen an. Alle Teammitglieder reisen zu den 16 Rennen und nehmen bei Überseeflügen Platz in der First und Business Class. Minardi kommt dagegen mit 2,3 Millionen Dollar hin.

Der größte Posten im Formel-1-Budget sind die Motorenpakete. Fast eine Milliarde geben alle Teams zusammen dafür aus. Bei BMW-Williams sind es 185 Millionen Dollar. Ferrari, Toyota und Mercedes liegen im Bereich von 150 Millionen. Und noch eine Rangliste führen die Weiß-Blauen an, eine, die immer wichtiger wird: die der Gästebewirtung. 150 bis 200 Gäste werden am Rennwochenende im noblem Paddock-Club betreut. Das kostet BMW 12 Millionen Dollar im Jahr. Das ist in etwa das, was Ralf Schumacher im Jahr verdient.

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