Erfolglosigkeit : Kaiserslautern trennt sich von Trainer Marco Kurz

Nach 16 Spielen ohne Sieg und dem Sturz auf den letzten Platz der Bundesliga-Tabelle ist Trainer Marco Kurz beim 1. FC Kaiserslautern am Dienstag entlassen worden. Als Nachfolger ist Krassimir Balakow im Gespräch.

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Marco Kurz konnte Kaiserslautern am Ende keine Impulse mehr geben.
Marco Kurz konnte Kaiserslautern am Ende keine Impulse mehr geben.Foto: dapd

Wenigstens in der Trainerfrage ist es beim 1. FC Kaiserslautern spannend, auf dem Spielfeld war es das seit Monaten nicht mehr. Egal, was sich die sportliche Leitung um Marco Kurz an Motivationskniffen überlegte, und egal, welche Appelle Klubchef Stefan Kuntz an das Gemeinschaftsgefühl der Pfälzer auch startete, die rasante Talfahrt bis ans Ende der Tabelle konnte nicht gestoppt werden. Am Dienstagnachmittag trennte sich der Bundesligist dann wie erwartet von seinem Trainer Marco Kurz. Der 42-Jährige musste nach einer beispiellosen Serie von 16 sieglosen Spielen gehen. Acht Spieltage bleiben seinem Nachfolger nun, den Absturz in die Zweite Liga noch zu verhindern, was bei momentan 20 Punkten einem Wunder gleich käme. Wann der neue Trainer kommt und vor allem, wie er heißt, stand am Dienstagnachmittag noch nicht fest. Die Namen von Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht, Franco Foda (Sturm Graz) und Christian Gross (Young Boys Bern) machten zunächst die Runde. Am Abend kristallisierte sich dann Krassimir Balakow (Hajduk Split) als Favorit auf die Kurz-Nachfolge heraus.

"Nach der 1:4-Niederlage gegen den FC Schalke 04 und vielen intensiven Gesprächen sind wir zu der gemeinsamen Überzeugung gekommen, dass wir diesen Schritt vollziehen müssen", sagte Kuntz. "Dieser Schritt fällt uns allen sehr schwer. Marco Kurz verdient für seine Arbeit und charakterliche Integrität höchsten Respekt. Wir haben mit dem Aufstieg 2010 und dem siebten Tabellenplatz in der vergangenen Spielzeit gemeinsam große Erfolge erzielt. Um aber wirklich jede denkbare Möglichkeit für den Klassenerhalt ausgeschöpft zu haben, müssen wir diesen Weg gehen."

Ein neuer Trainer soll so rasch wie möglich präsentiert werden. Von ihm verspricht sich die FCK-Führungsetage vor dem Endspiel beim ebenfalls abstiegsbedrohten SC Freiburg am Samstag die nötige Aufbruchstimmung. Rund um den Betzenberg machte sich während der vergangenen Wochen immer mehr Frust und Ohnmacht breit. Jede Stellschraube gedreht zu haben, um anschließend doch beim nächsten desaströsen Ergebnis zu landen, zermürbte Trainer und Mannschaft, der unübersehbar die Qualität fehlt. Marco Kurz verlor zusehends das Gespür für den richtigen Umgang mit seinen Spielern. Mit seiner nach außen hin sachlichen Art und seiner internen Leidenschaft hatte Kurz viele Pluspunkte gesammelt, während der vergangenen Monate erschien er glücklos. Nach der Niederlage gegen Schalke war Lauterns Trainer beim eigenen Anhang dann nicht mehr vermittelbar gewesen, es hat Proteste und Ausschreitungen gegeben.

In der Pfälzer Notsituation meldeten sich zunehmend mehr Kritiker zu Wort, was für zusätzliche Unruhe im FCK-Umfeld sorgte. Auch Klubchef Stefan Kuntz steht dabei in der Kritik. Man wirft dem Europameister von 1996 eine falsche Einkaufspolitik vor. Kuntz hatte den Klub vor vier Jahren praktisch als Sanierungsfall übernommen und durch eine seriöse Politik vom Ruf des Skandalklubs befreit.
Mit einem Modell aus Leih- und Leasingspielern gelang der Aufstieg. Das Glück bei den Transfers ließ die Verantwortlichen, ohnehin mit einem bescheidenen Etat ausgestattet, zunehmend im Stich. Bestes Beispiel für das Pfälzer Transferunvermögen sind die Stürmer Itay Shechter und Sandro Wagner, die als Fehleinkäufe gelten. Denn insgesamt gelangen dem 1. FC Kaiserslautern nur 17 Treffer in 26 Spielen, damit ist der Tabellenletzte auch im Bereich Offensive mit Abstand Schlusslicht der Liga.

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