Erfolgreicher Nachwuchs : Sie sind jung und brauchen den Ball

In der Bundesliga-Hinrunde wurden die Ergebnisse der Wende in der Nachwuchsförderung des Deutschen Fußball-Bundes deutlich.

Mathias Klappenbach

Er hat eine tragende Rolle in seiner Mannschaft inne. Die Liga hat Respekt vor ihm. Über ihn läuft das Spiel. Gerade ist er mit Bayer Leverkusen Herbstmeister geworden. Und er will unbedingt zur Weltmeisterschaft nach Südafrika, in die deutsche Startelf: Simon Rolfes. Er wird jetzt 28 Jahre alt, ist an der Reihe. Über den Erfolg seines Teams ist Bayers Kapitän gerade allerdings fast ein bisschen in Vergessenheit geraten, er ist seit dem 10. Spieltag verletzt. Es geht auch ohne ihn, das junge Talent Toni Kroos ist ja da. Zwar auf einer anderen Position, doch Kroos macht nicht nur das Fehlen von Rolfes vergessen, er überstrahlt auch die anderen jungen Spieler wie Daniel Schwaab und Stefan Reinartz, die Jupp Heynckes in Leverkusen quasi nebenbei eingebaut hat. Das geht dort bei den vielen jungen Profis leichter als anderswo. Doch in dieser Bundesliga-Hinrunde waren in der ganzen Liga die Ergebnisse der Wende in der Nachwuchsförderung des Deutschen Fußball-Bundes zu sehen.

Es ist zehn Jahre her, dass sich der DFB im Misserfolg der Nationalmannschaft von den Vorbehalten gegen Eliteförderung verabschiedet hat und damit begann, gezielt in den Spitzennachwuchs zu investieren. Nach den Europameistertiteln der Junioren war vor dieser Saison damit zu rechnen, dass mehr junge deutsche (und auch junge ausländische) Spieler als nur Mesut Özil Hauptrollen bekommen. Aber es sind deutlich mehr geworden, als man dachte: Die jungen Schalker Spieler, bei Bayern Holger Badstuber und Thomas Müller, aber auch viele andere wie Marco Reus in Mönchengladbach oder der Dortmunder Kevin Großkreutz, die beide vom Zweitligisten Rot Weiss Ahlen kamen. Der Altersschnitt der Liga sinkt, vor zehn Jahren lag er mit 28 noch eineinhalb Jahre höher.

Die Talente trösten darüber hinweg, dass eine andere Zahl in dieser Saison abnimmt: Es werden im Schnitt nur noch 2,6 Tore pro Spiel in der Liga geschossen, in der vergangenen Saison waren es noch knapp drei. Das liegt aber nicht an den jungen Spielern, sondern an dem oft destruktiven Fußball, den etwa Köln (10 Tore) und Nürnberg (12 Tore) spielten.

Die Talente sind gut ausgebildet und schon sehr weit. Und Toni Kroos schießt Tore. Warum nicht auch schon in Südafrika in einer Mannschaft mit Simon Rolfes?

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