• Erfolgscoach Arthur Lydiard erzählt heute, wie er Peter Snell und Lasse Viren das Laufen beigebracht hat

Sport : Erfolgscoach Arthur Lydiard erzählt heute, wie er Peter Snell und Lasse Viren das Laufen beigebracht hat

Jörg Wenig

Der frühere neuseeländische Marathonmeister Arthur Lydiard hat selbst nie eine olympische Medaille gewonnen, aber kaum einem anderen verdanken derart viele Mittel- und Langstreckenläufer olympische Erfolge: Lasse Viren oder Peter Snell sind bekannte Beispiele. Der heute 82-jährige Neuseeländer ist einer der Schrittmacher des Laufsports, Insider sprechen mit Hochachtung von dem Mann, der seinen Sport revolutionierte. Heute noch ist die Trainingsmethodik Arthur Lydiards eine Ausgangsbasis für viele erfolgreiche Langstreckenläufer. "Portugiesen, Spanier oder Marokkaner arbeiten nach meinem Schema", erzählt Lydiard, der auf mehr als ein halbes Jahrhundert Trainingserfahrung zurückblicken kann, über ein halbes Dutzend Bücher geschrieben hat und heute in Berlin als Referent auftritt. Der SCC präsentiert den Neuseeländer im Rahmen des Sportforums drei Tage vor dem 20. Berliner Halbmarathon (19.45 Uhr, Klinikum Westend, Spandauer Damm 130).

"Als ich in den 50er Jahren das Training meiner neuseeländischen Läufer umstellte, erntete ich viel Kritik", erzählt Arthur Lydiard, der unter anderem die Trainingsumfänge der Läufer in die Höhe schraubte. Doch Lydiards Training wurde schnell zu einem weltweiten Begriff, nachdem die Neuseeländer Peter Snell (800 m), Murray Halberg (5000 m) und Barry Magee (Marathon) bei den Olympischen Spielen 1960 zweimal Gold und einmal Bronze gewonnen hatte. Jahre später instruierte Lydiard unter anderem die finnischen Langstreckenläufer, darunter den vierfachen Olympiasieger Lasse Viren. Der Trainer hat sich aber auch um die Laufbewegung verdient gemacht. 1961 gründete er in Neuseeland den ersten Jogging-Klub. Jener Verein in Auckland veranstaltet heute jährlich ein 12-km-Rennen mit 80 000 Teilnehmern. "Heute denken die Menschen viel gesundheitsbewusster, deswegen laufen so viele", sagt Lydiard, der glaubt, dass sich die enorme Weltrekordentwicklung über die Langstrecken fortsetzen wird. "Früher gab es keine Möglichkeit, mit dem Laufen Geld zu verdienen. Heute ist das anders, und die unterentwickelten Länder wie Kenia oder Äthiopien haben ein enormes Potenzial", sagt Lydiard, der nicht glaubt, dass Doping dabei eine große Rolle spielt: "In Schnellkraftdisziplinen ist das anders als im Langstreckenlauf." Und wo steht der einst so erfolgreiche neuseeländische Laufsport heute? "Die Talente sind da, aber die Athleten trainieren falsch - dadurch wird unser Potenzial zerstört."

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