Sport : Erfolgsgeschichte, auserzählt

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Es ist eigentlich nicht die Zeit, von den kommenden Problemen zu reden. Von der Erfüllung eines Jahrhunderttraums spricht nicht nur der Bürgermeister, nach den verpassten acht Aufstiegen wird die SpVgg Greuther Fürth in der kommenden Saison Bundesligaspiele gegen Bayern München, Borussia Dortmund und den nahen Rivalen 1. FC Nürnberg erleben. Endlich. Dass man auch als krasser Außenseiter gute Chancen auf den Klassenerhalt haben kann, beweist gerade der FC Augsburg, und Trainer Mike Büskens lässt seine Fürther einen Fußball spielen, mit dem die Mannschaft einige Male überraschen wird. Dennoch hat sie mit dem Aufstieg einen Höhepunkt erreicht, von dem aus es nur bergab gehen kann.

Die Geschichte von den Unaufsteigbaren aus dem gallischen Dorf ist auserzählt, mit dem ersten Jahr in der Bundesliga wird Fürth in der allgemeinen Wahrnehmung zu einem gewöhnlichen Klub werden, der in einem maroden und eher für Historiker interessanten Stadion spielt und auf die Fertigstellung der neuen Arena wartet. Die Rolle als sympathischer und tapferer Außenseiter wäre nur ein unzureichender Ersatz für das Image der Fürther als beständig Scheiternde, das so wertvoll und auf Dauer gewinnbringend ist wie das der frechen Mainzer oder die ewige Story von den arroganten Bayern.

Ein tragischer Held kann man in der Bundesliga aber nur schwerlich für längere Zeit sein, die chronischen Titelverpasser vom Werksklub aus Leverkusen werden eher mit Häme bedacht als bemitleidet. Und die Fürther haben erst einmal gar kein Image mehr.

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