Sport : Erfrischend aus der Krise

Der VfB Stuttgart siegt souverän 3:0 in Frankfurt, weil der 20 Jahre alte Julian Schieber gleich zweimal trifft

Oliver Trust
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Foto: ddpddp

Vor allem Horst Heldt war anzusehen, wie erleichtert er war. Der Manager des VfB Stuttgart grinste unentwegt und lief von Interview zu Interview. „Genau das haben wir gebraucht“, sagte Heldt nach dem 3:0 (2:0) bei Eintracht Frankfurt. „Keinen Zittersieg, sondern total beherrscht“, referierte Heldt in Kurzform. Rechtzeitig aus seiner Sicht beendete der VfB seine Krise in der Bundesliga mit dem ersten Auswärtssieg.

Dabei half vier Tage vor dem nächsten Spiel in der Champions League bei Unirea Urziceni ein erst 20-jähriger junger Mann, der erst seit dieser Saison überhaupt einen Profivertrag besitzt. Julian Schieber grinste mindestens so viel wie Heldt. Im Pokal in Lübeck hatte er bereits den wichtigen Ausgleich erzielt und seinen Klub in die Verlängerung gerettet. In Frankfurt vor 49 750 Zuschauer erzielte er seine Saisontore zwei und drei zur 2:0-Führung der Schwaben. „Das Selbstvertrauen steigt natürlich, wenn man trifft“, sagte Julian Schieber, „ich hoffe, es geht so weiter.“ VfB-Teamchef Markus Babbel hatte überraschend die Angreifer Cacau und Pawel Pogrebnjak auf die Bank gesetzt, und Schieber zusammen mit Ciprian Marica spielen lassen.

Eintracht Frankfurt verlor dagegen das erste Mal in dieser Saison und zeigte die bisher schwächste Leistung. Immerhin kennt Trainer Michael Skibbe genau die Gründe. „Ein verdienter Sieg, Stuttgart war immer schneller und hat mehr Einsatz gezeigt“, sagte der Eintracht-Trainer. „Nach der roten Karte war die Partie im Grunde entschieden.“ Den Platzverweis handelte sich Marco Russ in der 32. Minute ein, als er Sami Khedira foulte, was Schiedsrichter Manuel Gräfe als Notbremse wertete.

„Ich habe ein sehr gutes Spiel von meiner Mannschaft gesehen“, sagte Babbel, „ich habe vorher appelliert, dass wir mal zu Null spielen.“ Babbels Freude steigerte sich nach der Pause noch weiter, als Thomas Hitzlsperger nach einer Ecke das 3:0 mit einem sehenswerten Fernschuss aus 25 Metern gelang.

Kurz vor Schluss musste Babbel noch eine Portion Mut aufbringen. Weil ein paar Stuttgarter Chaoten Böller abschossen, rannte Babbel vor den VfB-Fan- Block und versuchte die Fans zu beruhigen. „Das hat das Bild leider etwas getrübt“, sagte Manager Heldt.

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