Erfurt : Voigt siegt bei "Hainleite"-Klassiker

Jens Voigt sammelt weiterhin die Titel: Nach dem Sieg bei der Deutschland Tour sicherte sich der CSC-Fahrer den Sieg beim Klassiker "Rund um die Hainleite" in Erfurt.

Erfurt - Jens Voigt hat die 81. Auflage des deutschen Radklassikers "Rund um die Hainleite" gewonnen. Der 34-jährige Profi aus der dänischen CSC-Mannschaft siegte auf der 186,1 Kilometer langen Strecke mit Start und Ziel in Erfurt nach 4:22,45 Stunden. Der Gewinner der diesjährigen Deutschland Tour hatte sich nach rund 155 Kilometern vom Hauptfeld abgesetzt. Auf den zweiten Platz sprintete Robert Retschke vom Team Wiesenhof. Dritter wurde Jurgen van Loocke aus dem belgischen Landbouwkrediet-Colnago-Team.

150 Fahrer aus 21 Mannschaften waren am Vormittag in Erfurt an den Start des nach eigenen Angaben ältesten deutschen Radrennens gegangen, das erstmals 1907 ausgetragen worden war. In der ersten Rennstunde legte das Feld ein hohes Tempo vor. Ausreißversuche waren deshalb Mangelware.

Erst nach rund 60 Kilometern hatte eine Attacke aus dem Peloton Erfolg. Der Norweger Kurt-Asle Arvesen setzte sich vom Hauptfeld ab. Unterstützung erhielt Arvesen wenig später durch den deutschen Nachwuchsfahrer Paul Voss (Team Heinz van Heyden) und den Niederländer Leon van Bon aus der belgischen Davitamon-Lotto-Mannschaft.

Der Vorsprung des Trios vor dem Hauptfeld betrug zeitweise mehr als vier Minuten. Nach rund 100 gefahrenen Kilometern schalteten im Peloton die Mannschaften Milram und Gerolsteiner einen Gang höher. Die Teams um den italienischen Supersprinter Alessandro Petacchi und den Bergkönig der Deutschland Tour und Lokalmatadoren Sebastian Lang übernahmen die Nachführarbeit. Auch das T-Mobile-Team ließ sich an der Spitze des Hauptfeldes sehen.

Als der Knackpunkt des Rennens, die bis zu 14 Prozent steile Arnstädter Hohle, nach etwa 150 Kilometern zum ersten Mal angefahren wurde, hatte sich der Vorsprung auf eineinhalb Minuten reduziert. 30 Sekunden waren es vor der zweiten von insgesamt fünf Hohle-Passagen. Wenig später wurde mit Arvesen der Letzte des einstmaligen Führungstrios geschluckt und Voigt attackierte. Innerhalb weniger Kilometer hatte er seinen Vorsprung auf mehr als eine Minute ausgebaut und brachte diesen dann sicher ins Ziel.

Als Arvesen eingeholt wurde, habe er gemerkt, "es geht noch was", sagte der 34-Jährige nach der Zieldurchfahrt. "Ich habe mich einfach zusammengerissen und noch einen Gang draufgelegt", beschrieb Voigt seine erfolgreiche Attacke. "An der Hohle haben mich dann die tausenden Zuschauer regelrecht hochgepeitscht", betonte er und bedankte sich bei den Radfans, die die rund eine Kilometer lange Steigung gesäumt hatten. "Es war ein Riesen-Feeling. Das ist das beste Jahr in meiner Profi-Karriere." «Voigt war einfach superstark», lobte der Erfurter Gerolsteiner-Profi Lang den Sieger der Hainleite 2006. «Ich habe versucht noch an ihn ranzukommen, als er wegfuhr», beschrieb er die rennentscheidende Situation. «Ich habe alles probiert, habe alles gegeben. Aber es hat nicht gereicht.» (tso/ddp)

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