Sport : Erhöhter Puls

Gladbach fürchtet beim Spiel in Düsseldorf Randale.

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Schweigen ist Gold. Düsseldorfrs Trainer Meier hat seinen Profis Sprechverbot gegenüber den Medien erteilt. Auch der redefreudige Andreas Lambertz muss sich daran halten. Foto: dpa
Schweigen ist Gold. Düsseldorfrs Trainer Meier hat seinen Profis Sprechverbot gegenüber den Medien erteilt. Auch der redefreudige...Foto: dpa

Düsseldorf - Der Puls von Michael Weigand wird beim Gladbacher Pokalspiel am Mittwochabend in Düsseldorf wie immer erhöht sein, diesmal aber auch schon weit vor dem Anpfiff. Denn dann wirft der Vorsitzende des Borussen-Fanklubs „Preußen 93“ sein Augenmerk besonders auf die Ränge mit den Düsseldorfer Anhängern – auf der Suche nach einer zehn Meter langen Fahne, die ihm und seinen Gefolgsleuten kürzlich vor dem Spiel in der Europa League gegen Marseille gestohlen wurde. Allerdings hofft Weigand, dass er die geklaute Fahne nicht entdecken wird.

Schließlich kennt das Rheinland die Geschichte aus dem Frühjahr 2008, als Kölner Fans beim Heimspiel gegen Borussia eine zuvor bei den Gladbacher Ultras entwendete Flagge in Brand steckten. Eine Provokation, die in einer Spielunterbrechung und Schlägereien zwischen den Fans beider Klubs mündete. Bis gestern Nachmittag war das aktuell vermisste Stadionbanner jedenfalls nicht wieder aufgetaucht. Es gibt Hinweise, dass die Diebe aus Düsseldorf kommen, aber auch solche, die das Gegenteil behaupten. „Es ist die Zeit der vielen Gerüchte“, sagt Michael Weigand. „Es wäre verheerend, wenn unsere Fahne der Auslöser für irgendwelche Krawalle wäre.“

Zwar versichern die Gladbacher vorab, dass es für sie nur ein echtes Derby gibt, das gegen Köln. Auf der anderen Seite aber sind da die verstörenden Bilder vom skandalösen Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Hertha im Mai. Die brachte der Fortuna zum Beginn der Bundesligasaison vor eigenem Publikum zwei halbe Geisterspiele ein. Und eins davon gegen Gladbach.

Diesmal sind alle Plätze besetzt in einem Stadion, wo auf der Südtribüne vor elf Tagen nach dem Spiel gegen die Bayern ein 33-Jähriger von drei Männern so schwer am Kopf verletzt wurde, dass er notoperiert werden musste. Und dass Fortuna Düsseldorf Anfang letzter Woche als einer der ersten Vereine der Bundesliga das neue Sicherheitskonzept von DFB und DFL abgelehnt hat, wirkt ebenfalls wenig beruhigend. Andreas Morbach

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