• Erholung beim Kirmesrennen Nach der Tour verdienen die Fahrer auf den Dörfern ihr Geld

Sport : Erholung beim Kirmesrennen Nach der Tour verdienen die Fahrer auf den Dörfern ihr Geld

Egon Boesten

Amsterdam. Während sich Ullrich, Armstrong und Co. noch abstrampeln, werden rund um die Tour die Verträge für die Zeit danach gemacht: Radkriterien heißt das Schlagwort. Wer bei der Tour auf sich aufmerksam gemacht hat, kann in den Wochen danach richtig Geld verdienen. Sprintstar Alessandro Petacchi, vierfacher Etappensieger bei der Tour, will an allen Kirmesradrennen in den Niederlanden teilnehmen.

Radsportmakler Gerrie van Gerwen ist in Frankreich damit beschäftigt, die Stars der diesjährigen Tour zu vermitteln. Jan Ullrich und Alexander Winokurow stehen ganz obenan. Lance Armstrong ist wahrscheinlich zu teuer, wird nur dort starten, wo der Veranstalter vom Publikum einen Eintrittspreis nehmen kann – so wie vor einem Jahr in Boxmeer. Das Dörfchen in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze richtet traditionell das bedeutendste Kirmesrennen aus – am Montag, dem Tag nach Tourende.

Das Budget dieser Kirmes-Rennen in den Niederlanden und Belgien liegt bei Gesamtsummen zwischen 120 000 Euro und 300 000 Euro, große Chancen für die Tour-Helden, sich den Lohn ihrer Plackerei in den belgischen und niederländischen Dörfern abzuholen. Und nicht nur dort. In Emmen ist man mit dem Sponsoring zufrieden. Stiftungsvorsitzender Jan van Keulen sagt, „von einer ökonomischen Krise merken wir wenig“. Die Organisatoren des 26. Rennens um den Goldenen Pfeil verfügen über 140 000 Euro – genug, um am 12. August ein richtiges Spektakel an der deutsch-niederländischen Grenze aufzuziehen, zu wenig, um so jemanden wie Armstrong zu finanzieren.

Jan Ullrich wird in Stiphout an den Start gehen, schon am kommenden Dienstag sitzt er dort im Sattel. Beim Paarzeitfahren über 72 km am Samstag (2. August) in Karlsruhe wird er hingegen fehlen. Ullrichs Management hatte den Veranstaltern am Freitag eine Absage erteilt. „Jan braucht nach den Anstrengungen etwas Ruhe. Nach den Belastungen ist ein Zeitfahren zu schwer“, hatte Bianchi-Chef Rudy Pevenage erklärt. Ullrich wird am Freitag bei der „Nacht von Hannover“ und zwei Tage später beim Weltcuprennen „HEW Cyclassics“ in Hamburg antreten.

Beim Paar-Zeitfahren sind insgesamt 14 Tour-Fahrer am Start, auch Jens Voigt (Berlin) und Grischa Niermann (Hannover) stehen im 20-köpfigen Teilnehmerfeld. Das Team Telekom schickt Zeitfahr-Weltmeister Santiago Botero (Kolumbien) und den Olymppiazweiten Alexander Winokurow (Kasachstan) ins Rennen. Star beim Paarzeitfahren ist Lance Armstrong. Der Kapitän von US Postal tritt mit Olympiasieger Wjatscheslaw Jekimow (Russland) an. Armstrong bestreitet sein erstes Kriterium am Dienstag in den Niederlanden. Beim Nachtrennen in Hannover und in Hamburg hingegen fehlt der US-Amerikaner – zum erneuten Duell mit Jan Ullrich wird es nächste Woche also nicht kommen. Auch nicht bei der Straßen-WM im Oktober in Kanada. Armstrong sagte gestern nach dem Zeitfahren ab.

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