Sport : Erkämpfte Ruhe

SCC-Volleyballer nach 3:0 im Finale gegen Friedrichshafen

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin. Kein Mensch hat Lust, am Ostersonntag zu arbeiten. Auch die Bundesliga-Volleyballer des SC Charlottenburg bilden da keine Ausnahme. Um die Mehrarbeit zu verhindern, mussten sie allerdings gestern den SV Bayer Wuppertal im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft besiegen. Und das gelang dem Team von Trainer Mirco Culic: 3:0 (25:19, 25:19, 25:22) setzten sich die Berliner durch, damit stehen sie nach ihrem 3:0-Sieg im ersten Halbfinalspiel in den Endspielen. Dort ist am Mittwoch in Berlin beim ersten Finalspiel (19 Uhr, Sömmeringhalle) der VfB Friedrichshafen Gegner.

Vor 800 Zuschauern in der Sömmeringhalle ließ der Deutsche Meister nie Zweifel daran aufkommen, dass er auch in diesem Jahr wieder um den Titel spielen wird. Zwar hielten die Wuppertaler in allen drei Sätzen gut mit. Doch immer dann, wenn es knapp wurde, spielte der SCC über den Diagonalangreifer Marco Liefke. Der Nationalspieler fand fast immer eine Lücke im Block von Bayer und sorgte damit für entspannte Mienen auf der Trainerbank.

SCC-Coach Culic hatte zwar „einen sehr starken und unbequemen Gegner“ gesehen, aber der frühere Zuspieler sagte auch: „Wir haben dominiert.“ Doch genau dieser Umstand könnte dem SCC noch ein Problem bereiten. Alle bisherigen Play-off-Spiele gewann der SCC beinahe mühelos jeweils 3:0, wirklich gefordert waren die Spieler bisher nicht. Das kann zu einer gewissen Überheblichkeit in den Endspielen führen.

„Das kann passieren“, sagt Culic. Er kennt solche Situationen, er hat lange genug beim SCC gespielt. Geschäftsführer Günter Trotz sieht sogar einen Vorteil darin, dass die Mannschaft ohne Satzverlust ins Finale gekommen ist. „Führungsspieler wie Liefke und Jaroslav Skach müssen bei uns immer durchspielen. Jetzt können sie durch den vorzeitigen Finaleinzug Kraft sparen.“

Das Finale wird als Best-of-five-Serie ausgetragen. Wer zuerst drei Spiele gewonnen hat, ist Meister. Da der SC Charlottenburg in der Meisterrunde Erster geworden ist, hat er zuerst Heimrecht. Dafür muss der Titelverteidiger danach aber gleich zweimal auswärts antreten. Die mutmaßlich weiteren Spiele fänden dann wieder in Berlin statt. Marco Liefke sieht darin einen Nachteil: „Wir haben gleich im ersten Spiel großen Druck. Verlieren wir, kann der VfB mit zwei Siegen zu Hause Meister werden.“ Liefke empfände es als fairer, wenn nach jedem Spiel das Heimrecht getauscht würde. „Aber das viele Reisen wäre wohl zu teuer.“

Auch der VfB Friedrichshafen zog souverän in die Finals ein. Bei den beiden Erfolgen über evivo Düren gaben die Friedrichshafener ebenfalls keinen einzigen Satz ab. Und hinterließen einen ebenso starken Eindruck wie ihr Endspielgegner.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben