Sport : Erleichterung und ein kleiner Eklat

Wolfsburg gewinnt 1:0 in Bremen und verschafft sich Luft im Abstiegskampf

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Fluch nach vorn. Werders Tim Wiese ärgert sich, weil der Wolfsburger Sascha Riether gegen ihn getroffen hat.Foto: Reuters
Fluch nach vorn. Werders Tim Wiese ärgert sich, weil der Wolfsburger Sascha Riether gegen ihn getroffen hat.Foto: ReutersFoto: REUTERS

Eigentlich hätte sich der VfL Wolfsburg geschlossen freuen können. Immerhin hatten die Niedersachsen am Freitagabend bei Werder Bremen nicht unverdient mit 1:0 (1:0) gewonnen. Trotzdem gab es kurz vor Schluss noch einen kleinen Eklat. Als der Wolfsburger Regisseur Diego nach 79 Minuten ausgewechselt wurde, ging er tief enttäuscht vom Platz und verschwand, ohne seinen Trainer Felix Magath eines Blickes zu würdigen in der Kabine. Die brasilianische Diva wurde dafür von den Werder-Fans gefeiert – und klatschte provokativ Applaus zurück. Mit Blick auf die Tabelle allerdings war der zweite Sieg binnen sechs Tagen für den VfL äußerst wichtig, um sich zumindest für einen Tag von den Abstiegsplätzen zu lösen.

Mit weiteren Erfolgen gegen den 1. FC Kaiserslautern und in Hoffenheim kann Magath seine schwierige Mission in Wolfsburg noch zu einem guten Ende bringen – ohne den Umweg der Relegation zu gehen. Dieses Szenario droht nun eher der Eintracht aus Frankfurt, die neuerdings den 16. Rang einnimmt. Gleichwohl sind auch die Bremer noch nicht aller Sorgen ledig, zumal am kommenden Samstag die schwierige Aufgabe gegen Spitzenreiter Dortmund ansteht.

Die Bremer begannen die Partie zwar engagiert und einsatzfreudig, doch vor allem im Vorwärtsspiel mangelte es gegen die konzentriert verteidigenden Gäste an Ideen und Inspiration. Nur bei einem Freistoß von Kapitän Torsten Frings, der an diesem Abend sein 400. Bundesligaspiel bestritt, kam Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio in Bedrängnis. Dessen Gegenüber Tim Wiese musste sich dagegen schon nach der ersten heiklen Szene geschlagen geben: Einen Cicero-Schuss wehrte der Werder-Keeper zu kurz ab, Riether staubte nach 21 Minuten mühelos zum 1:0 für die Gäste ab. Ansonsten hatte Magath den Seinen eine eher abwartende Spielweise verordnet, bei der auch der bereits mit Applaus empfangene Ex-Bremer Diego in die geschickt erledigte Arbeit gegen den Ball eingebunden war und sich bei Werder-Ballbesitz weit zurückfallen ließ. Das hinderte Wolfsburg nicht, einzelne gefährliche Aktionen zu starten: Grafite hätte die VfL-Führung noch ausbauen können, verpasste jedoch den Ball nach Riether-Flanke.

Nach der Pause verstärkte Werder den Druck, agierte aber in Tornähe weiter zu hilflos und umständlich, weil Spielmacher Marko Marin kaum, Stürmer Marko Arnautovic gar nicht in Erscheinung trat. Auf der Gegenseite verfehlte Grafite bei einem Konter das Bremer Gehäuse nur knapp. Mit der Einwechslung von Alexander Madlung gab Magath endgültig das Signal, den knappen Vorsprung über die Zeit bringen zu wollen, zumal sein Bremer Kollege Thomas Schaaf mit der Hereinnahme von Aaron Hunt die Offensive stärken wollte. In der turbulenten Schlussphase wollte Werder der Ausgleich aber nicht mehr gelingen.

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