Sport : Erlösung im Dauerregen

Australien, Südkorea und Iran bei der WM dabei.

Irans Held. Reza Ghoochannejad schoss den Siegtreffer gegen Südkorea. Foto: AFP
Irans Held. Reza Ghoochannejad schoss den Siegtreffer gegen Südkorea. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin - Im strömenden Regen von Sydney rannte Holger Osieck glückselig über den Rasen und herzte seine Spieler. 23 Jahre nach dem Titelgewinn als Assistent von Franz Beckenbauer führte der 64 Jahre alte Trainer Australien zur WM 2014 nach Brasilien. Dabei bewies er ein glückliches Händchen. Nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung erlöste Joshua Kennedy die Fans der Socceroos und machte die dritte WM-Teilnahme in Serie perfekt. Der frühere Bundesliga-Profi traf in Sydney erst in der 83. Minute beim 1:0 (0:0)-Zittersieg gegen den Irak.

„Es war eine sehr schwierige Qualifikation, aber wir haben es in den letzten drei Spielen geschafft“, sagte Osieck. „Ich freue mich einfach für die Jungs und die Fans. Es war ein kompliziertes Spiel.“ Nach einer schwachen Vorstellung der Australier zeigte Kennedy in einer packenden Schlussphase völlig freistehend keine Nerven. „Jesus rettet“, jubelte der „Sydney Morning Herald“ in seiner Internetausgabe über den 30-Jährigen, der inzwischen seine charakteristische Langhaarfrisur gestutzt hat: „Kennedy bringt als Erlöser den WM-Platz.“

Auch Dauergast Südkorea und der Iran haben sich nach Japan als Vertreter Asiens für die WM 2014 qualifiziert. Und zwar im gleichen Spiel der Asien-Gruppe B: Das überraschende 1:0 (0:0) für die Gäste aus dem Iran reichte in Ulsan auch Südkorea zur achten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft nacheinander.

Der Iran durfte sich bei seinem Torschützen Reza Ghoochannejhad (60. Minute) sowie dem überragenden Keeper Rahman Ahmadi für die vierte WM-Teilnahme bedanken. Immer wieder waren die Südkoreaner vergeblich auf das gegnerische Tor zugestürmt, doch die Gäste hielten dem Druck stand und schwenkten nach dem Schlusspfiff stolz die grün-weiß-rote Flagge auf dem Spielfeld.

Das Heimteam musste hingegen zunächst noch zittern, erst nach bangen Momenten folgte die erlösende Nachricht aus Taschkent. Dort schoss Usbekistan Tor um Tor gegen Katar, am Ende hieß es 5:1 (0:1) – zwei Tore fehlten der ehemaligen Sowjetrepublik zur erstmaligen WM-Qualifikation. Usbekistan hat noch eine Chance in den Play-off-Spielen, doch diese Aufgabe ist wohl kaum zu bewältigen. Der erste Gegner, Jordanien oder Oman, erscheint noch schlagbar – doch danach wartet im November ein Vertreter aus Südamerika. dpa

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