Sport : Ermittlungen gegen SCC, BSC und OSC

Frühere Istaf-Klubs sollen 400000 Euro Steuern zahlen

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Berlin (teu). Gegen ehemalige und zum Teil noch amtierende Präsidiumsmitglieder des SCC, BSC und OSC ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung. Sie sollen als Verantwortliche des LeichtathletikSportfestes Istaf in den Jahren 1997 und ’98 insgesamt etwa 400000 Euro nicht abgeführt haben. Vertreter aller drei Vereine bestätigten dem Tagesspiegel, dass gegen sie strafrechtlich ermittelt werde. Die Vereine hatten allerdings Klage gegen den Bescheid des Finanzamts eingereicht. Nun muss das Berliner Finanzgericht entscheiden.

Im Wesentlichen geht es um die Frage, was ein Startgeld ist. Eine Prämie für eine zu erwartende sportliche Leistung oder eine Werbemaßnahme? Die Istaf GbR war jedenfalls der Ansicht, dass allein das Erscheinen des Sportlers keine Berufsausübung ist und versteuerte deshalb die Startgelder für 15 bis 20 Sportler in den Jahren 1997 und 1998 nicht. Die Sportler hätten allein durch ihr Kommen den Werbewert der Veranstaltung erhöht, lautete die Begründung der Istaf GbR. Das Finanzamt teilt diese Auffassung nicht und gab den Fall deshalb an die Steuerfahndung weiter.

Ein Urteil des Berliner Finanzgerichts wäre in jedem Fall brisant. Erhielten die Vereine Recht, könnten sich auch andere Sport-Veranstalter auf diese Auslegung des Einkommensteuerrechts berufen. Folgte das Gericht jedoch dem Finanzamt, könnten die drei Gesellschaftervereine der ISTAF GbR in große finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Von möglichen Einkünften des Istaf in der Zukunft würden die Vereine nicht mehr profitieren. Nachdem die drei Klubs Ende 1999 die Istaf GmbH gegründet hatten, zerstritten sich die Präsdiumsmitglieder jedoch bei Personalfragen. Missmanagement in vielerlei Hinsicht sowie der Ausfall des Vermarkters ISL führten dann dazu, dass die Istaf GmbH im Frühjahr 2002 Insolvenz anmelden musste. Der neue Besitzer des Istaf, die LVG GmbH, hat nichts mehr mit den Vereinen zu tun – sieht man davon ab, dass ein Präsidiumsmitglied des SCC auch zu den Gesellschaftern der neuen GmbH gehört.

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