• Erneuter Eklat bei Spiel des TuS Makkabi Spieler soll rassistisch beleidigt worden sein

Sport : Erneuter Eklat bei Spiel des TuS Makkabi Spieler soll rassistisch beleidigt worden sein

Lars Spannagel

Berlin - In der Fußball-Verbandsliga hat es am vergangenen Sonntag erneut einen rassistischen Vorfall gegeben. Ein dunkelhäutiger Spieler des jüdischen TuS Makkabi soll im Spiel beim BFC Viktoria 1889 nach einer Rangelei von einem Gegenspieler als „Scheiß-Neger“ bezeichnet worden sein. Nach einer heftigen Diskussion sahen drei Makkabi-Spieler Gelb, einer musste dadurch mit der Gelb-Roten Karte vom Platz. Der vermeintliche Beleidiger bleib unbestraft. In der Vergangenheit waren Spieler des TuS Makkabi mehrfach antisemitisch beleidigt worden.

Makkabis Vorsitzender Tuvia Schlesinger sagt, der Schiedsrichter habe es „pampig und aggressiv“ abgelehnt, die Beleidigung in seinen Bericht aufzunehmen. Makkabi schrieb daraufhin einen eigenen Bericht an den Berliner Fußball-Verband (BFV). Auf dem offiziellen Spielberichtsbogen, der dem BFV vorliegt, ist die Beleidigung vermerkt, auf Makkabis Durchschrift nicht. Verbandspräsident Bernd Schultz sagte gestern dem Tagesspiegel, er habe sich in einem Telefonat mit dem Schiedsrichter über das Spiel informiert, das Sportgericht des Verbands werde den Vorfall untersuchen. „Falls sich die Vorwürfe bewahrheiten, muss das sanktioniert werden“, sagte Schultz.

Zwei Fans des Oberligisten Tennis Borussia, die am Sonntag in einer rund 15-köpfigen Gruppe im Tempelhofer Friedrich-Ebert-Stadion Makkabi unterstützten, wurden in der Pause des Sportplatzes verwiesen. Sie hatten den Schiedsrichter lautstark auf die Beleidigung aufmerksam gemacht. Dabei fiel der Satz: „Du bist doch auf dem rechten Auge blind.“ Der Schiedsrichter berichtete, dass er von den TeBe-Fans als „Nazi“ bezeichnet worden sei, in der Pause habe jemand gegen seine Kabinentür getreten.

Die erste Mannschaft des TuS Makkabi will aus Protest bis auf Weiteres bei allen Spielen erst zehn Minuten nach der regulären Anfangszeit antreten. Schultz hat dafür kein Verständnis: „Als Sportler bereitet man sich darauf vor, ein Spiel zu einer bestimmten Zeit zu beginnen. Wenn man das nicht tut, sollte man dafür eine handfesten Grund haben und nicht irgendeinen Protest.“ Lars Spannagel

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