Sport : Ernüchtert und enttäuscht

Kaiserslautern – Nürnberg 1:3

Oliver Trust

Kaiserslautern - Der Trainer des Aufsteigers 1. FC Nürnberg hüpfte umher, klatschte alle ab und umarmte, wen er kriegen konnte. Wolfgang Wolf hatte nicht nur das Auftaktspiel mit dem Neuling aus Franken mit 3:1 gewonnen, er hatte als Trainer das erste Mal in der Pfalz einen Sieg errungen. Der 1. FC Kaiserslautern war immerhin seine erste Station als Profi. „Der FCK wird immer meine erste Liebe bleiben, und deshalb ist es immer schön, wenn man in seinem Wohnzimmer gewinnt“, sagte Wolf. „Man kann sagen: Bundesliga, wir sind wieder da.“

Die meisten der 37 828 Zuschauer, die mit großen Erwartungen an das runderneuerte Team der Pfälzer gekommen waren, riefen „Aufhören, aufhören“. Mit hängenden Köpfen trotteten die Altstars wie Christian Nerlinger und Carsten Jancker vom Platz. Wie die anderen Neueinkäufe Jochen Seitz und Ingo Hertzsch hatten sie ihren Job nur mangelhaft erledigt. „Wir haben uns nicht mehr das zugetraut, was wir in der Vorbereitung gezeigt haben“, sagte Kurt Jara, der enttäuschte Trainer der Lauterer.

Die Führung der soliden Nürnberger in Minute zwölf wirkte wie ein Schock. FCK-Torwart Tim Wiese wusste sich gegen Markus Schroth nur mit einem Foul im Strafraum zu helfen. Die Folge: Elfmeter. Ivica Banovic verwandelte sicher. Zwar erzielte der eingewechselte Ferydoon Zandi (58.) in der zweiten Hälfte den Ausgleich, als er einen von Schroth verschuldeten Handelfmeter verwandelte. Doch nur drei Minuten später passte Schroth auf Robert Vittek – 2:1. Lars Müller (85.) traf noch zum 3:1 für die Nürnberger. „Ich werde jetzt trotzdem alles unten halten. Der Sieg hier war schön, aber nicht mehr als eine Momentaufnahme“, sagte Wolf.

Den Lauterern bleibt nur die Aussicht auf bessere Tage. „Wir sind ernüchtert und enttäuscht, dabei hatte ich mich so auf dieses Spiel gefreut“, sagte Jancker. Kollege Nerlinger richtete derweil einen dringenden Appell an seine Mannschaft: „Um in der Bundesliga zu bestehen, müssen wir einiges ändern.“

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