ERÖFFNUNGSFEIER : Sicherheitskräfte führten eine Frau ab

Manche hatten einen Vorfall für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking erwartet. Etwa, dass ein Zuschauer sich politisch äußert, oder ein Athlet eine Fahne oder ein Banner mitbringt, die eine politische Botschaft zum Inhalt haben. Nun hat es bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Spiele zwar einen Vorfall gegeben, doch die Umstände sind weiterhin mysteriös und waren auch am Tag danach nicht genauer aufzuklären.

Während des Einmarschs des mexikanischen Teams war eine Zuschauerin in den Innenraum des Pekinger Nationalstadions gelaufen und war anschließend von Sicherheitspersonal überwältigt worden. Weitere Hintergründe lassen sich schwer aufklären. „Sie wollte ihr Hemd ausziehen“, sagte Wang Hui, Sprecherin des Pekinger Organisationskomitees Bocog, „die Ordnungskräfte haben versucht, sie davon zu überzeugen, das nicht zu tun.“ Anschließende Ermittlungen hätten ergeben, dass sie aus der Provinz Guangdong stamme und mentale Probleme habe. „Diese Art von Benehmen war der Situation nicht angemessen“, rügte Wang Hui. War aber auch das Benehmen der Sicherheitskräfte angemessen?

Ein Pressefoto zeigt die Frau ohne Oberbekleidung, während Sicherheitskräfte versuchen, sie in Tücher einzuhüllen. Zuvor hatten sie die Frau auf den Boden gestoßen. Ein Augenzeuge berichtet, dass die Frau erst durch die Rangelei mit den Sicherheitskräften ihr Hemd verloren haben soll.

Die staatliche Nachrichtenagentur „Xinhua“ schrieb anschließend: „Nach dem Vorfall ist die Frau überredet worden, das Stadion zu verlassen.“ Ein Augenzeuge hat das allerdings anders gesehen: Demnach hätten die Sicherheitskräfte die Frau aus dem Stadion geführt. Benedikt Voigt, Peking

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