• Erst das Pokalfest, dann die Pflicht in der Liga Füchse Berlin zwischen Magdeburg und Bernburg

Sport : Erst das Pokalfest, dann die Pflicht in der Liga Füchse Berlin zwischen Magdeburg und Bernburg

Hartmut Moheit

Berlin - Gestern beschäftigte Jörn-Uwe Lommel ein Problem, das mit seiner derzeitigen Aufgabe nur wenig zu tun hat. Hassan Moustafa hat den Trainer der Füchse Berlin für den kommenden Samstag nach Würzburg eingeladen, wo sich der Präsident des Handball-Weltverbandes IHF derzeit aufhält. „Dort soll meine Verabschiedung stattfinden, aber ich muss erst einmal sehen, wie ich am schnellsten dorthinkomme“, sagte Lommel, der vor seinem Engagement bei den Füchsen die ägyptische Nationalmannschaft trainiert hatte. Etwas überstürzt war er vor knapp zwei Monaten aus Kairo abgereist. Nun möchte sich Moustafa, der auch Präsident des ägyptischen Verbandes ist, bei Lommel bedanken.

Vom Zeitpunkt her passt dem Füchse- Trainer der Termin am Samstag gar nicht. Denn am Freitag hat sein Team um 20 Uhr noch ein Punktspiel gegen Anhalt Bernburg. Auf diese Begegnung in der Zweiten Bundesliga sind Lommel und sein Team absolut fixiert. „Das mag komisch klingen, angesichts des Pokalspiels gegen Magdeburg am Mittwoch, aber zuallererst müssen wir in der Liga bestehen“, erklärt er seine Philosophie. Gegen den Tabellenführer der Ersten Bundesliga sieht er in der zweiten Pokalrunde dagegen eher die Chance, seinem Team und den Fans die Handball-Zukunft in Berlin zu präsentieren. Diesmal sprechen alle Beteiligten von einem Handballfest, das heute vor bis zu 7000 Fans in der Max-Schmeling-Halle stattfinden soll. Ein Fest jedoch, bei dem niemand den Füchsen eine Siegchance einräumt.

Alfred Gislason, der den Champions-League-Sieger von 2002 trainiert, warnt zwar „vor einer überheblichen Einstellung“ seiner Mannschaft und hat sich auch vorsorglich drei Spiele der Füchse auf Video angesehen, aber er freut sich „vor allem auf das Fluidum in Berlin“. Von 1982 bis 1986 spielte er gemeinsam mit Lommel unter Trainer Petre Ivanescu bei TuSEM Essen, auch deshalb hat er das Geschehen um die Füchse Berlin besonders verfolgt. „Wir sprechen oft miteinander“, sagt Gislason, der bis auf die Nationalspieler Oliver Roggisch und Yves Grafenhorst mit der besten Mannschaft kommt. Zum richtigen Zeitpunkt hat auch Stefan Kretzschmar wieder zu guter Form gefunden. Dass er in Berlin als Gästespieler besonders gefeiert wird, das wird niemanden überraschen. Kretzschmar besitzt auch in Berlin einen Status als Star. Die Gerüchte halten sich auch beharrlich, dass er nach seiner aktiven Zeit in Magdeburg eine Aufgabe bei den Füchsen übernehmen könnte.

Bob Hanning, der Füchse-Manager, schließt das nicht aus. Momentan aber hat Hanning erst einmal damit zu tun, professionelle Strukturen aufzubauen. Und dafür kommt ihm das Spiel gegen Magdeburg vor einer großen Kulisse gerade recht. „Wir können damit etwas Besonderes anbieten und zeigen, wie wir uns die Zukunft des Handballs in Berlin vorstellen.“ Gerade konnte Hanning verkünden, dass er zwei neue Sponsoren gefunden hat. In diesem Zusammenhang war es für ihn auch ein wichtiger Erfolg, dass TV Berlin das Spiel gegen den SC Magdeburg zeitversetzt ab 21 Uhr in voller Länge überträgt. Kommentatoren sind Karsten Petrzika und Bob Hanning selbst, der sonst auch als Handball-Kokommentator beim Deutschen Sportfernsehen tätig ist. Dazu wird das ARD-Radio mit zwei Reportern vor Ort sein, die live aus der Halle berichten werden, das ZDF ist mit Kameras unterwegs, um einen Bericht für das Morgenmagazin am Donnerstag zu filmen.

Für die Füchse Berlin ist das alles völlig neu. Deshalb musste Jörn-Uwe Lommel auch erst lachen, als er gefragt wurde, ob alle Spieler für Mittwoch einsatzbereit sind. „Wer will bei einem solchen Spiel fehlen?“, antwortete er darauf mit einer Gegenfrage. „Ich erwarte jedoch, dass diese Euphorie bis zum Freitag anhält.“

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