Erst wieder zur EM 2011 : Nowitzki spielt bei der WM nicht für Deutschland

Dirk Nowitzki sagt dem deutschen Basketballnationalteam ab, die Weltmeisterschaft in der Türkei droht ein Turnier ohne Stars zu werden.

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Gern weiter für Dallas - aber erstmal nicht für Deutschland: Dirk Nowitzki.
Gern weiter für Dallas - aber erstmal nicht für Deutschland: Dirk Nowitzki.Foto: dpa

Dienstag früh rief Bundestrainer Dirk Bauermann seine Spieler zusammen und teilte ihnen die schlechte Neuigkeit mit. Die deutschen Basketballnationalspieler mussten im Trainingslager auf Mallorca vor ihrer morgendlichen Einheit erfahren, dass sie bei der WM in der Türkei im September ohne Dirk Nowitzki auskommen müssen. In der Nacht zuvor hatte der 32-Jährige einen neuen Vierjahresvertrag bei seinem NBA-Team Dallas Mavericks unterschrieben. „Ich möchte mich in diesem Sommer zu hundert Prozent auf die kommende NBA-Saison konzentrieren“, teilte der Würzburger über den Deutschen Basketball-Bund (DBB) mit. „Im nächsten Sommer werde ich gerne mit der deutschen Mannschaft versuchen, unser gemeinsames großes Ziel Olympia zu erreichen.“

Im kommenden Sommer kann sich das deutsche Team bei der EM in Litauen für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifizieren, bei der WM ist das nur im höchst unwahrscheinlichen Fall des Titelgewinns möglich. Insofern kam Nowitzkis Entscheidung für seine Mitspieler nicht überraschend. „Wir sind schon seit Beginn des Trainingslagers davon ausgegangen, dass es aller Voraussicht nach nicht klappt“, sagt der 97-malige Nationalspieler Steffen Hamann von Alba Berlin, der zusammen mit Jan Jagla (92 Länderspiele) und Demond Greene (101) einer der wenigen erfahrenen Spieler im Kader ist. „Wir müssen jetzt eben noch mehr Verantwortung übernehmen.“ Auch die Routiniers Sven Schultze und Patrick Femerling haben für die EM abgesagt. Für den Bundestrainer ist Nowitzki genauso wenig zu ersetzen wie der eingebürgerte NBA-Profi Chris Kaman, der nun laut Bauermann ebenfalls „mit allergrößter Wahrscheinlichkeit“ bei der EM fehlen wird. Bauermann gibt zu, dass Nowitzkis Entscheidung einigen in seinem Kader wehgetan hat: „Die jungen Spieler wie Tibor Pleiß, Robin Benzing oder Elias Harris sind schon sehr enttäuscht.“

Im Gegensatz zum DBB ist man beim Weltverband Fiba „überrascht“ über die Absage. „Wir sind davon ausgegangen, dass er spielt“, sagt Fiba-Sprecher Florian Wanninger. „Aber wir müssen damit leben.“ Vor Nowitzki hatten bereits Stars wie der Spanier Pau Gasol, der Franzose Tony Parker, der Russe Andrej Kirilenko, der Argentinier Manu Ginobili sowie fast das komplette US-Team aus dem olympischen Turnier von Peking abgesagt. Der DBB hatte sich nur durch eine Wildcard für die WM qualifiziert, die Person Nowitzki dürfte dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Fiba kann laut Wanninger allerdings niemanden zwingen, bei der EM anzutreten: „Wir können über Mannschaftsaufstellungen natürlich keine Absprachen treffen.“

Laut Bauermann muss das Ziel des deutschen Teams nun sein, die Vorrunde der EM zu überstehen. Dazu muss es in der Gruppe A mit Serbien, Argentinien, Australien, Angola und dem Libanon mindestens den vierten Platz erreichen.„Das wird schwer genug“, sagt Bauermann. „Aber ich habe Vertrauen in meine Spieler und weiß, dass sie sich zerreißen werden.“ Dirk Nowitzki wird wie schon bei der EM im vergangenen Herbst nur aus der Ferne verfolgen, welche Fortschritte die Mannschaft ohne ihn macht.

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