Sport : Erste Heimniederlage nach 36 Jahren

Aufsteiger Alemannia Aachen verliert am Tivoli bei der Bundesliga-Rückkehr unglücklich 0:1 gegen Schalke 04

Jörg Strohschein

Aachen - Sie hatten sich einiges einfallen lassen, um im ersten Bundesliga-Heimspiel seit 36 Jahren den Gegner zu verschrecken. Unentwegt feuerten die Aachener Zuschauer ihr Team an, meinten sogar die Schalker Spieler mit Äpfeln bewerfen zu müssen. Am Ende half das alles nichts: Trotz guter Leistung verlor Alemannia Aachen gegen den FC Schalke 04 0:1 (0:0).

Die Spieler von Trainer Dieter Hecking machten mit ihrem engagierten Spiel dem vermeintlichen Meisterschaftskandidaten das Leben schwer. Das Bemühen der Aachener konnte sich sehen lassen. „Wir mussten sehr hart arbeiten. Wir hatten etwas Glück, das haben wir auch gebraucht“, sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka. Denn lediglich einen Distanzschuss durch Lincoln brachte sein Team in der ersten Halbzeit zustande, das Spiel seiner Mannschaft wirkte ähnlich einfallslos, wie in der vergangenen Saison.

Der Aufsteiger dagegen schien endlich in der Bundesliga angekommen zu sein. Der schwache Auftritt bei Bayer Leverkusen in der vergangenen Woche machte sich eher als Ansporn denn als Belastung bemerkbar. Allerdings versäumte das Team von Dieter Hecking einen wesentlichen Aspekt – das Erzielen von Toren. Und so vergaben sie in Hälfte eins gleich vier große Möglichkeiten nacheinander. Als auch noch Mladen Krstajic in der 30. Minute nach einem Foul an Aachens Christian Fiel die Rote Karte von Schiedsrichter Herbert Fandel gezeigt bekam, war es trotz dieses Mankos eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis der Aufsteiger einen Treffer erzielen sollte. Doch Schalkes Dario Rodriguez sollte die Unerfahrenheit der Aachener bestrafen. In der 53. Minute erzielte der Uruguayer per Kopf die 1:0-Führung für den Favoriten.

Im Anschluss kam Alemannia trotz ihrer nummerischen Überzahl kaum noch zu Torchancen. Schalke spielte kompakt und hatte noch Möglichkeiten, die Führung auszubauen. „Wir haben gezeigt, dass wir in der ersten Liga mithalten können, vor allem in der ersten Halbzeit“, sagte Dieter Hecking. „Aber ein Spiel hat leider zwei Halbzeiten.“ Während Aachen weiter auf die ersten Punkte wartet, hat sich Schalke in der Manier von Bayern München in die Bundesliga-Spitzengruppe vorgearbeitet – nicht schön aber immerhin effektiv.

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