Sport : Erste Sperre für einen Spieler

Strafe im Wettskandal für Paderborns Waterink

Robert Ide

Berlin - Dass der Schiedsrichterskandal nicht nur etwas mit Schiedsrichtern zu tun hat, wurde klar, als die Berliner Polizei das Café King in Charlottenburg durchsuchte. Bei einer Razzia im Januar fand sie dort Wettscheine mit Millionengewinnen, die offenbar mit manipulierten Spielen in Zusammenhang stehen. Nun muss das Publikum, das die juristische und sportrechtliche Aufarbeitung verfolgt, noch lernen, dass der Fußballskandal auch ein Spielerskandal ist. Denn inzwischen hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den ersten Spieler verurteilt. Wie der DFB am Donnerstag bekannt gab, wurde Thijs Waterink vom Regionalligisten SC Paderborn 07 wegen „unsportlichen Verhaltens in Tateinheit mit passiver Bestechung“ bis zum 31. Juli gesperrt. „Die Sperre des Spielers ist eine logische Entwicklung“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger auf Nachfrage. „Die Aufklärung des Skandals schreitet voran.“

Waterink hatte vor dem vom damaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer manipulierten Pokalspiel zwischen Paderborn und dem Hamburger SV (4:2) im August vorigen Jahres 10 000 Euro von einem Unbekannten erhalten. Das Geld könne er im Falle eines Paderborner Sieges behalten, soll der von Waterink als Südländer beschriebene Mann gesagt haben. Nach dem Sieg verteilte Waterink das Geld unter seinen Mannschaftskollegen.

Der SC Paderborn will Waterink nun fristlos kündigen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe war er bereits suspendiert worden. „Nun liegen genügend Gründe für eine fristlose Kündigung vor“, sagte Geschäftsführer Michael Born. Waterinks Vertrag beim Regionalligisten wäre am 30. Juni sowieso ausgelaufen. Für Paderborn wird der 36 Jahre alte Niederländer nicht mehr auflaufen.

Das von Hoyzer manipulierte Spiel wird jedoch nicht wiederholt. Das Verfahren vor dem Sportgericht mündete im Februar in einen Vergleich. Die Hamburger wurden mit insgesamt zwei Millionen Euro vom DFB entschädigt.

Damals ging die Verbandsspitze noch davon aus, den Skandal bis zum Frühjahr aufklären zu können. Doch noch immer sitzen Beschuldigte in Untersuchungshaft, und das DFB-Bundesgericht muss sich mit weiteren Fällen beschäftigen. So wird noch der Einspruch des Zweitligisten Greuther Fürth gegen die Wertung des Spiels in Duisburg (0:1) verhandelt, vor dem Hoyzer 5000 Euro Bestechungsgeld erhalten haben soll. Wann der Skandal nun ein Ende findet, mag DFB-Präsident Zwanziger nicht mehr sicher sagen: „Ich bin kein Hellseher, deshalb möchte ich da keine Prognose abgeben.“

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