Erster Saisonsieg : Eisbären gewinnen 3:0 gegen Ingolstadt

Nach der 3:8-Niederlage im Auftaktspiel bezwingen die Berliner in ihrem ersten Heimspiel vor 14.100 Zuschauern den ERC Ingolstadt mit 3:0.

Katrin Schulze
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Selbstverständliche Geste. Steve Walker jubelt über sein Tor gegen IngolstadtFoto: Streubel

Einen letzten symbolischen Gruß durfte die alte Eishockey-Saison noch mal loswerden. Mitten aus dem Fanblock der Eisbären wurde er geschickt. Nach und nach entblößte sich dort am gestrigen Nachmittag ein riesiges Banner mit der Aufschrift „Deutscher Meister 2009“. Bis unter das Hallendach der Arena am Ostbahnhof wurde das rote Rechteck gezerrt und wird den Berliner Klub künftig von oben herab an den Erfolg erinnern. So viel Nostalgie musste sein, bevor die Eisbären gegen den ERC Ingolstadt in ihr erstes Saison-Heimspiel starteten. Durch den 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)-Sieg wurden die erfolgsverwöhnten Berliner Anhänger dann auch gleich zum Weiterfeiern animiert.

 

Dabei wollte die Vorstellung ihrer Mannschaft anfangs noch nicht recht zur feierlichen Eröffnung passen. Etwas zaghaft und wenig meisterlich schleppten sich die Gastgeber zunächst noch über das Eis. Es wirkte ein bisschen so, als hätten die Berliner den Schock der 3:8-Niederlage im ersten Spiel gegen Kassel noch nicht verdaut. Gelingen wollte ihnen im ersten Abschnitt wenig - vor allem aber kein Treffer. Zwar erarbeiteten sie sich viele Chancen, vor dem Tor traten die Eisbären aber doch oft uninspiriert auf. „Wir haben das Spiel deutlich dominiert“, sagte Zugang Jeff Friesen. „Leider konnten wir das zu Beginn nicht in einen Treffer ummünzen.“

Dass es der Gegner aus Ingolstadt gar noch schlechter machte und nur in Ausnahmesituationen überhaupt vor das Tor der Eisbären kam, lag auch an der Veränderung der Berliner Mannschaft: Eisbären-Trainer Don Jackson stellte seine Abwehrreihen im Verglich zur ersten Saisonpartie um und konnte darüber hinaus auch wieder auf seinen Stammtorhüter Rob Zepp setzen, der noch in Kassel verletzt ausgefallen war. Das zahlte sich aus: In der 17. Spielminute wurde Zepp ernsthaft gebraucht, als Thomas Greilinger mit zwei guten Möglichkeiten an ihm scheiterte.


Jacksons Impuls zeigte offensichtlich Wirkung. „Wir müssen geschlossener auftreten“, hatte der Coach noch vor der Partie gesagt. „Nur wenn jeder sich voll konzentriert und alles gibt, können wir an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen.“ Sein Team verstand und wusste im Mitteldrittel auch endlich mit den vielen Möglichkeiten etwas anzufangen. In der 31. Minute bediente Stefan Ustorf seinen Kapitän Steve Walker, der kaum Mühe hatte, die gute Vorlage ins Tor von Nationalkeeper Dimitri Pätzold zu befördern.

 

Den Treffer von Walker hatte Berlins Neuer Jeff Friesen mit einem schönen Puckgewinn eingeleitet. Und danach durfte sich der wohl derzeit prominenteste Spieler der Eisbären – fast 1000 Partien hat der Stümer in der nordamerikanischen Profiliga NHL absolviert – den 14.100 Zuschauern auch gleich mit einem eigenen Treffer vorstellen. Nach einem Zuspiel von Stefan Ustorf erzielte der 33 Jahre alte Kandier die 2:0-Führung. Friesens zweiter Saisontreffer brachte ihm aber nicht nur die Bewunderung des Publikums, sondern auch die freundliche Anerkennung seiner Mitspieler ein. „Er ist eine Bereicherung für das Team. Das sieht man schon jetzt“, sagte sein Sturmkollege Daniel Weiß.

 

Nach zwei Toren hatte sich der Deutsche Meister augenscheinlich auf ein für ihn standesgemäßes Niveau eingepegelt. Nun war er auch spielerisch vollkommen in der neuen Saison angekommen. Die Spiellaune der Eisbären konnte André Rankel im dritten Abschnitt noch mit einem weiteren Tor unter Beweis stellen: Nachdem Verteidiger Marvin Degon an Pätzold im Tor der Gäste gescheitert war, traf Rankel im Nachschuss. Was von Ingolstadt zu sehen war? Nicht viel. Die Gastgeber spielten die Partie ohne ernsthafte Gegenwehr zu Ende.

 

Für sie war es ein in Anbetracht der nach der Niederlage im ersten Spiel eine gelungene Vorstellung. Und vielleicht sogar der Auftakt zu einer weiteren Berliner Erfolgssaison.

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