Sport : ERSTER TAG DER GERMAN OPEN IN BAD SAAROW: Enttäuschender Auftakt für Langer

SEBASTIAN ARLT

BAD SAAROW .Fünfmal hat Bernhard Langer, Deutschlands bester Golfprofi, die German Open bereits gewonnen.Doch daß der 41jährige sich in diesem Jahr zum sechsten Mal in die Siegerliste wird eintragen können, ist nach der ersten Runde auf dem sehr schweren Kurs des Sporting Club Berlin in Bad Saarow in weite Ferne gerückt.Auf dem von Nick Faldo entworfenen Platz brauchte Langer zwei Schläge über Par von 72.Mit einer 74er-Runde konnte er sich nicht in den vorderen Regionen plazieren.

Zwar waren bei Redaktionsschluß dieser Ausgabe noch etliche Profis unterwegs, aber es ist klar, daß nach dem ersten Tag der Open nun nur eine konstant sehr gute Leistung an den restlichen drei Tagen Bernhard Langer die Chance erhält, doch seinen insgesamt 52.Sieg als Profi zu erringen.Beste waren gestern lange Zeit der Neuseeländer Michael Campbell und der Schotte Peter Lawrie, die für die 18 Bahnen jeweils 67 Schläge benötigten.

Besser als für Bernhard Langer lief es hingegen bei Thomas Gögele vom Golf- und Landclub Semlin.Er blieb mit 71 einen Schlag unter dem Platzstandard, liegt danmit also drei Schläge vor Langer.Mit einem süßsauren Lächeln nahm dieser zur Kenntnis, daß sogar noch zwei der sechs deutschen Amateure, die in Bad Saarow starten dürfen, vor ihm liegen.Zum einen Benjamin Schlichting (Frankfurt), der 73 Schläge benötigte.Und der erst 18jährige Marcel Siem aus Köln, der sogar nach nur 72 Schlägen ins "Ziel" kam.Für diese beiden traf nicht zu, was Ullrich Libor, der Geschäftsführer des Deutschen Golf Verbandes (DGV), im Zusammenhang mit der Teilnahme von Amateuren an Profiturnieren zu bedenken gegeben hatte: "Man muß da vorsichtig sein, damit die jungen Leute kein Frusterlebnis haben."

Enttäuscht war da eher Bernhard Langer, der mit einer seiner kleinen Töchter an der Hand vor der Presse erschien.Hatte er vor dem Turnier gedacht, daß die Abschläge momentan sein Problem seien, sah er sich gestern getäuscht: "Wenn alles so gut gewesen wäre wie die Abschläge..." Einer alles in allem nicht zufriedenstellenden Runde wurde dann am letzten Loch die Krone aufgesetzt, als Langer statt der vorgesehenen vier Schläge sechs benötigte."Das macht natürlich keinen Spaß und ist blöd, wenn man die Runde mit so etwas beendet", meinte Langer, der nicht als Entschuldigung anführte, daß er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, nachdem er sich am Montag offenbar den Magen verdorben hat.

Großes Lob gab es von den in dieser Hinsicht hyperkritischen Spielern für den Zustand des Platzes im Sporting Club Berlin.Bernhard Langer hatte zwar eine Einschränkung zu machen ("Der Sand in den Bunkern ist zu tief"), lobte aber auch: "Der Platz ist sehr gut, zwar schwer, aber fast alle Spieler mögen ihn sehr." Dies gilt auch für Thomas Gögele ("Es ist ein Traum hier"), der trotz seiner 71er-Runde nicht in Euphorie verfiel: "Es war nicht berauschend, relativ solide." So solide jedenfalls, daß sich Thomas Gögele im vorderen Drittel wiederfindet.Für den 27jährigen sind die German Open sowieso ein gutes Pflaster.Vor zwei Jahren, als das älteste und traditionsreichste deutsche Turnier in Schloß Nippenburg in Baden-Württemberg stattfand, wurde er Zweiter.Dies ist die nach wie vor beste Plazierung in seiner Profikarriere.Daß er in Golferkreisen als besonders intellektuell gilt, belustigt Thomas Gögele eher: "Ich bin sicher nicht der einzige auf diesem Planeten, der golft und Bücher liest."

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