ERSTES INTERVIEW NACH DEM RÜCKTRITT : Ullrich attackiert Aldag

Jan Ullrich hat seinen ehemaligen Telekom-Teamkollegen Rolf Aldag nach dessen Doping-Geständnissen hart attackiert und den Wahrheitsgehalt der Aussagen in Zweifel gezogen. „Er hat viel Geld mit mir verdient. Wenn es kein sauberes Geld ist, wieso hat er es nicht zurückgegeben oder einer gemeinnützigen Organisation gespendet?“, sagte Ullrich der französischen Zeitung „L’Equipe“ in seinem ersten Interview seit seinem Rücktritt als Radprofi am 24. Februar. „Ich habe ihm eine SMS geschrieben und darin mitgeteilt: Wenn ich ein Buch schriebe, wärst du die Hauptperson als Märchenerzähler.“ Aldag sagte, er habe diese Mitteilung nie erhalten. Aldag und Erik Zabel hätten laut Ullrich auf öffentlichen Druck „ihre Fehler zugeben müssen, um weiter zu arbeiten. Aber haben sie überhaupt alles gesagt?“

Sich selbst bezeichnete Ullrich als „glücklichen Menschen“. „Viele Journalisten glauben, ich stehe vor dem Selbstmord, aber ich bin noch da und glücklich mit dem Leben“, sagte der unter starkem Dopingverdacht stehende Tour-de-France-Sieger von 1997. Seine Frau Sara erwartet im September das gemeinsame Kind, und Ullrich profiliert sich bereits als Hausmann in seinem Domizil in der Schweiz: „In meiner früheren Höhenkammer in unserem Haus trocknet jetzt die Wäsche.“ Der 33-Jährige verspüre trotz hoher Anwaltskosten auch keinen finanziellen Druck: „Ich bin niemandem etwas schuldig. Ich habe genug Geld, um gemütlich bis ans Ende meiner Tage zu leben.“ Tsp/dpa

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