Erstes Pflichtspiel unter Skibbe : Herthas Neuanfang in Nürnberg

Zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde muss Hertha BSC beim strauchelnden "Club" in Nürnberg antreten. Mit einem Sieg könnten sich die Berliner weiter von unten absetzen. Doch Trainer Michael Skibbe mahnt zur Vorsicht.

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Herthas Trainer Michael Skibbe will zum Start in die Rückrunde aktive Berliner Profis sehen.
Herthas Trainer Michael Skibbe will zum Start in die Rückrunde aktive Berliner Profis sehen.Foto: dapd

Michael Skibbe trug einen ambivalenten Ausdruck im Gesicht. Ja, er habe sich das Filmmaterial vom Hinspiel besorgt und es auch mal kurz anlaufen lassen. Aber nein, viel könne man für das Rückspiel später nicht lernen. Genau genommen war besagtes Spiel vor einem halben Jahr, das Saisonauftaktspiel von Hertha BSC daheim gegen den 1. FC Nürnberg zum Vergessen. Nicht nur vom Ergebnis her, der damals frische Aufsteiger aus Berlin unterlag den Gästen 0:1. Da Nürnberg an diesem Augustnachmittag schwach war, ist auch schon alles über Hertha gesagt. „Wir haben dieses Spiel noch im Kopf“, sagte Michael Preetz am Donnerstag. Herthas Manager hatte gemeint, sein Team habe am Samstag beim Rückspiel einiges gut zu machen.

Zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde muss Hertha beim strauchelnden "Club" antreten, der Spieler wie Timothy Chandler, Markus Feulner, Juri Judt, Timm Klose und Javier Pinola ersetzen muss. Zudem steht auch Neuzugang Hanno Balitsch nicht zur Verfügung. Dagegen nimmt sich die Situation bei den Berlinern an der Front der nicht einsetzbaren Spieler geradezu komfortabel aus. Herthas Trainer Michael Skibbe muss den gesperrten Raffael ersetzen, was dessen Bruder Ronny tun wird. Der angeschlagene Kapitän Andre Mijatovic wird in der Innenverteidigung von Christoph Janker vertreten, alle sonstigen Stammspieler sind einsatzbereit.

"In Nürnberg wird die komplette Defensive gefordert sein, die ganze Mannschaft muss geschickt verteidigen", sagte Skibbe. Allerdings will Herthas neuer Trainer seine Spieler auch nach vorn aktiv sehen. "Wir wollen viele Pressingsituationen schaffen, um in Ballbesitz zu kommen." Man wolle eng zusammenstehen und nach Balleroberung und im -besitz möglichst rasch auf Angriff umschalten. Zu diesem Zwecke möchte er eine spielstarke Zentrale aufbieten, namentlich konkret wollte er hier aber nicht werden. Es ist ja kein Geheimnis, dass im defensiven, zentralen Mittelfeld die drei Spieler Andreas Ottl, Peter Niemeyer und Fabian Lustenberger um zwei Plätze streiten.

"Wir wollen eine Neuanfang wagen und starten", sagte Michael Skibbe, der seit zwei Wochen im Amt ist bei den Berlinern. Mit seinem Vorgänger Markus Babbel wolle er vor dem Spiel in Nürnberg noch einmal telefonieren. "Mit einem Punkterfolg, oder gar einem Dreier wäre ich zufrieden", sagte Skibbe. Die Ausgangsposition, die sich die Mannschaft unter seinem Vorgänger Babbel in der Hinrunde mit 20 erzielten Punkten auf Platz 11 erarbeitet habe, sei gut, aber "wir müssen auch nach hinten gucken", wie es Skibbe ausdrückte. Der Abstand zum 1. FC Nürnberg, der auf Rang 15 liegt, beträgt nur zwei Punkte. Und selbst der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur vier Punkte.

Noch zum Zeitpunkt seiner Vorstellung als Babbel-Nachfolger hatte Skibbe darüber gesprochen, dass er Hertha im vorderen Drittel des Bundesliga sehe. Perspektivisch, wie er rasch nachschob. Am Donnerstag sprach er von der Wichtigkeit, sich realistische Ziele zu setzen. In dieser Saison sei man gut beraten, die 40 Punkte anzupeilen und es bei diesem Ziel zu belassen. "Wir wollen die Klasse halten, das aber möglichst früh." Damit solle bitteschön in Nürnberg angefangen werden.

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