Erzgebirge Aue - Union Berlin 3:2 : Aue nimmt Union die letzte Aufstiegschance

Der FC Erzgebirge Aue hat einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga getan und dem 1. FC Union die wohl letzte Chance auf den Aufstieg genommen. Nach dem Abpfiff hadern die Berliner mit dem Schiedsrichter.

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Machtlos: Union verzweifelte gegen Aue an Schiedsrichter Drees, der gleich drei Mal umstritten auf Elfmeter entschied, davon zwei Mal zungunsten der Berliner.
Machtlos: Union verzweifelte gegen Aue an Schiedsrichter Drees, der gleich drei Mal umstritten auf Elfmeter entschied, davon zwei...Foto: Imago

Fabian Schönheim wollte sich nicht beruhigen lassen. Der Verteidiger des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin gestikulierte nach dem Abpfiff wild umher. Auch Trainer Uwe Neuhaus vermochte seinen Abwehrmann nach der 2:3-Niederlage beim FC Erzgebirge Aue nicht gleich zu beschwichtigen. Andere Unioner versammelten sich ratlos am Mittelkreis, bevor sie sich bei den rund 2500 mitgereisten Fans für die Unterstützung bedankten.

Doch der Frust nach dem Elfmeterspektakel von Aue war noch lange nicht vorbei. Torhüter Daniel Haas rannte wortlos an den Journalisten vorbei, obwohl er sicher viel zum Zustandekommen des entscheidenden Strafstoßes zum 3:2 hätte sagen können. Nach einem Kontakt zwischen Haas und Solomon Okoronkwo hatte Schiedsrichter Jochen Drees aus Münster-Sarmsheim zum dritten Mal vor insgesamt 12.000 Zuschauern auf den Punkt gezeigt. Aues Torjäger Jakub Sylvestr führte knapp 20 Minuten vor dem Ende des Spieles die Entscheidung herbei.

„Ich hatte das Gefühl, was jeder hatte, der in seinem ganzen Leben nur einmal Fußball geschaut hat“, sagte Neuhaus. „Er grätscht rein und lenkt den Ball in die andere Richtung.“ Früh waren die Berliner nach einem fragwürdigen Elfmeter durch Kapitän Torsten Mattuschka in Führung gegangen, nachdem Aues Torwart Martin Männel außerhalb des Fünf-Meter-Raumes Union-Verteidiger Roberto Puncec abgeräumt, aber auch den Ball getroffen hatte.
Die Überlegenheit der Erzgebirgler bis dahin setzte sich aber fort. Zum 1:1 benötigten sie jedoch einen ebenso schmeichelhaften Elfmeter, weil Frank Löning im Zweikampf mit Puncec zu Fall gekommen war. Sylvestr verwandelte.

Schiedsrichter Drees entschied gleich dreimal auf Elfmeter

Als Verteidiger Tobias Nickenig kurz darauf einen Freistoß zum 2:1 einköpfte, schien Aue obenauf zu sein. Union kam jedoch durch den ersten Saisontreffer von Steven Skrzybski noch vor dem Seitenwechsel etwas überraschend zum 2:2-Ausgleich.

Auch nach der Pause waren die Gastgeber aus Aue leicht überlegen. Doch für den Siegtreffer musste wieder ein Strafstoß herhalten. „Ich glaube auch, dass man keinen der drei Elfmeter geben muss“, sagte Kapitän Torsten Mattuschka. Neuhaus war auch so bedient. „Es war kein unverdienter Sieg von Aue. Wenn wir keine Fehler gemacht hätten, hätten wir auch nicht gewonnen“, sagte Unions Trainer.

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