Sport : Es brennt weiter: Fans zündeln in Rom und Kopenhagen

Ultras in ihrem Element. Die Vereinsführung von Hannover 96 will gegen das Abbrennen von Bengalos vorgehen. Foto: dpa
Ultras in ihrem Element. Die Vereinsführung von Hannover 96 will gegen das Abbrennen von Bengalos vorgehen. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Es hätte so ein schöner Abend werden können für Hannover 96. Dank des 2:1-Sieges beim FC Kopenhagen steht der Verein schließlich so gut wie sicher in der nächsten Europa-League-Runde. Für Schlagzeilen sorgte allerdings nicht primär die Leistung des Teams, sondern das Auftreten einiger Ultras, die vor und während der Partie Pyrotechnik abbrannten. Für einen der Unruhestifter, der einen Bengalo vom Oberrang in die Menge geworfen haben soll, endete der Trip nach Dänemark in Untersuchungshaft. „Er ist zum Glück gefasst worden und wird nun bestraft. Man muss da ein Zeichen setzen“, sagte 96-Trainer Slomka.

Dass es sich längst nicht um ein deutsches Problem handelt, zeigt ein Blick ins Ausland. Beim Europa-League-Spiel zwischen zwischen Lazio Rom und dem FC Zürich verlor ein Schweizer Fan mehrere Finger, nachdem ein Knallkörper im Gästeblock explodiert war. Anschließend kam es zu einem Gedränge, bei dem sich bis zu 30 weitere Menschen verletzt haben sollen. Zahlreiche Anhänger sollen nach der Detonation Gehörschäden und leichte bis mittelschwere Verbrennungen davongetragen haben. Ein Fan zog sich schwerste Verbrennungen am Arm zu.

Die Gewalt im Fußball war auch bei der Sportministerkonferenz (SMK) ein Thema. Die Sportminister der Länder forderten in Weimar unter anderem ein Alkoholverbot schon auf der Fahrt zum Stadion. „Ein Alkoholverbot in Nahverkehrszügen zumindest anlässlich von Bundesliga-Spielen ist anzustreben“, heißt es in dem SMK-Beschluss. „Ich persönlich bin auch für ein Alkoholverbot in Stadien“, sagte Thüringens Sportministerin Heike Taubert. Auch mit lebenslangen Stadionsperren könne man gewaltbereiten Hooligans wirksam begegnen. Weitere Schritte sollen beim Runden Tisch des Bundesinnenministeriums am 14. November besprochen werden.Tsp/dpa

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