• Es fehlt die Basis, es fehlt der Charakter Die vierte Pleite in Folge verschärft Albas Krise

Sport : Es fehlt die Basis, es fehlt der Charakter Die vierte Pleite in Folge verschärft Albas Krise

Ludwigsburg - Als sie besiegelt war, die vierte Niederlage in zwölf Tagen, kam Muli Katzurin auf Grundsätzliches zu sprechen: „Es ist derzeit keine gute Zeit für uns“, sagte Albas Trainer. „Aber das ist die Zeit, in der sich der Charakter eines jeden einzelnen zeigt.“ Wenn dies wirklich so sein sollte, dann hätten die Berliner Basketballer bei der 89:84 (78:78, 40:34)-Niederlage nach Verlängerung in Ludwigsburg nicht nur sportliche, sondern auch gravierende charakterliche Schwächen. Katzurin blieb jedoch vorerst beim Sportlichen: „Wir müssen uns nun beweisen und an der Basis arbeiten, an den Rebounds und der Defensive. Außerdem muss die Einstellung wieder stimmen.“

Damit dürfte klar sein, dass bei Alba nicht einmal mehr das Grundsätzliche funktioniert. Vor allem auswärts nicht, wo acht der letzten elf Spiele verloren wurden. Der Trainerwechsel von Luka Pavicevic zu Katzurin hat daran offenbar wenig geändert. Drei Wochen nach Amtseintritt des Israelis macht sich Ratlosigkeit breit.

Sinnbildlich war im Spiel gegen Ludwigsburg die Szene, als John Bowler direkt nach der Halbzeit am Boden liegend gleich drei Berlinern den Ball abnahm. Die Ludwigsburger zeigten mehr Leidenschaft, Alba fiel nur durch dumme Fouls auf: Sven Schultze, Julius Jenkins und Tadija Dragicevic mussten nach jeweils fünf Fouls vom Platz.

Alba hatte das Spiel schon verhalten und etwas nervös begonnen. Ludwigsburg zog früh auf 12:6 davon. Die Berliner schwächelten dabei vor allem in ihren Ballstafetten und mischten einige Passfehler in den Spielaufbau. Nach den Anfangsproblemen kam Alba besser ins Spiel und führte nach dem ersten Durchgang mit 20:17.

Im folgenden Viertel baute Berlin in der Treffsicherheit ab, agierte nun zunehmend unüberlegt und überhastet. Das Spiel verlor an Struktur und der Außenseiter führte zur Halbzeit 40:34.

Beim Pokal-Aus am Mittwoch in Quakenbrück (80:84) hatte Trainer Katzurin nach der Entlassung von Point Guard Hollis Price noch 25 Minuten ohne gelernten Spielmacher spielen lassen. Gegen Ludwigsburg setzte er mit Marko Marinovic wieder über längere Spielzeit (34 Minuten) auf einen Aufbauspieler, während der zweite Point Guard Heiko Schaffartzik nur eine Minute spielte. Es half erst einmal nichts, drei Ballverluste und sechs Ludwigsburger Punkte eröffneten das dritte Viertel. Ludwigsburg führte nach einer halben Stunde 60:50. Im Schlussabschnitt begann ein Nervenspiel. Ludwigsburg vergab kurz vor Schluss zwei Freiwürfe, Berlin glich aus – Verlängerung. In dieser vergab Berlin beim Stand von 83:84 gleich drei Korbleger in einer Szene. Der Ludwigsburger Rick Rickert traf schließlich am Ende zwei Freiwürfe und stürzte Alba damit weiter in die tiefste sportliche Krise seit Jahren. faf/dob

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